Kaufberatung Soundbar: Wissenswertes für den Kauf einer Soundbar

Soundbar Kaufberatung

Soundbars für den Fernseher sieht man überall. Vom Elektronikfachmarkt bis hin zur Werbung von Discounter-Ketten werden die schlanken Soundleisten angeboten. Das ist kein Wunder, denn die Geräte werden stetig populärer und finden sich in immer mehr Wohnzimmern und anderen Räumen wieder.

Doch welche Soundbar ist die richtige für Dich? Auf welche Punkte solltest Du beim Kauf achten? Wir erläutern Dir nicht nur die wichtigsten Kaufkriterien für deine neue Soundbar, sondern klären auch viele weitere Fragen rund um die Soundleisten für TV-Geräte.

Was ist eine Soundbar?

Eine Soundbar ist eine längliche und schlanke Lautsprecherbox, die vor allem im Zusammenspiel mit einem Fernseher eingesetzt wird. In ihrem Gehäuse sind mehrere Lautsprecher  untergebracht, die mindestens Stereo, oft auch noch weitere Kanäle wiedergeben. Eine Soundbar kann den Klang eines flachen TVs deutlich erweitern, weil sie in der Regel ein deutlich besseres Lautsprecher-Setup mitbringt und Bauart-bedingt den Ton nach vorne abgeben kann.

LG SJ5 Soundbar Vorderseite
LG Soundbar vor einem LG TV platziert

Die Soundbars sind so schmal und flach gehalten, dass sie meist problemlos vor einem Fernseher (z. B. zwischen den beiden Standfüßen des Gerätes) auf einem TV-Lowboard aufgestellt oder unter einem an der Wand montierten Fernseher ebenfalls aufgehängt werden können.

LG SJ5 Farben im Vergleich zum SJ800V
Die gleiche Soundbar wie im oberen Bild, hier jedoch zwischen den seitlichen Standfüßen des LG TVs platziert: passt perfekt!

Wo liegt der Unterschied zu einer Soundbase?

Im Zusammenhang mit Soundbars ist auch öfter von Soundbases bzw. Sounddecks die Rede. Hierbei handelt es sich ebenfalls um einen Klangverbesserer für TV-Geräte. Der Unterschied ist primär in der Form auszumachen. Eine Soundbase ist zwar ähnlich flach wie eine Soundbar, aber bedeutend tiefer. Sie dient als Plattform, auf der das TV-Gerät abgestellt werden kann. Hier ist beim Kauf wichtig zu beachten, dass die Größe der Soundbase und der Ständer bzw. Füße des TV-Gerätes aufeinander abgestimmt sind. Die Verwendung einer Soundbase im Zusammenspiel mit einem an der Wand hängenden Fernseher macht in der Regel keinen Sinn.

Samsung NU8009 Ansicht vorne
Ein mittiger Standfuß macht meist die Platzierung einer Soundbar schwierig. Hierfür sind dann seitliche Standfüße besser. Oder der Einsatz einer großen Soundbase.

Zudem weisen Soundbases ein höheres Gehäusevolumen und mehr Platz auf. Daher sind hier oft auch Tieftonlautsprecher integriert, sodass kein externer Subwoofer (wie bei vielen Soundbars) mehr erforderlich ist.

Wann solltest Du eine Soundbar kaufen? Für wen ist eine Soundbar geeignet?

TV-Geräte werden seit Jahren immer dünner und kompakter. Was der Optik und dem Platzbedarf zugutekommt, ist hinsichtlich der Soundwiedergabe eher problematisch. Denn Lautsprecher brauchen bauformbedingt nun einmal einen gewissen Platz. Zwar versuchen gerade die Premium-TV-Hersteller durch verschiedene „Tricks“ den bestmöglichen Klang aus ihren Geräten herauszuholen. Gerade bei günstigeren Modellen wird aber oft kaum ein Augenmerk auf die Soundausstattung, sondern viel mehr auf die Bildqualität gelegt.

Die Folge ist, dass viele Fernseher ohne hochwertige integrierte Lautsprecher einfach nicht gut klingen. Es fehlt an Volumen und Brillanz. Wer Sprache von Sport, Nachrichten oder Serien besser verstehen möchte, sollte seinen Fernseher mit einer Soundbar erweitern.

Wenn Du gerne Filme schaust, aber kein Platz oder kein Budget für ein echtes Heimkino-System hast, gilt das erst recht. Denn hier bietet eine gute Soundbar eine mehr als solide Alternative zu Surround-Sound per AV-Receiver.

Was bedeuten 2.0-, 2.1-, 5.1- oder 2.1.2-Kanal-Audio-System?

Wie bei klassischen Lautsprecher-Systemen werben auch die Hersteller von Soundbars mit Zahlenfolgen wie 2.0, 2.1 oder 5.1. Wir entschlüsseln diese für manche „mystischen Kürzel“ und erklären Dir, wofür sie stehen.

Generell wird mit den Zahlen das Lautsprecher-Setting beschrieben. 2.0-Kanal-Audio beschreibt eine klassische Stereo-Anordnung mit je einer Lautsprecherbox links und rechts, so wie früher auch bei der Stereoanlage. Auf eine Soundbar übertragen bedeutet dies, dass sie links und rechts jeweils einen bzw. mehrere Lautsprecher verbaut hat und somit für Stereoklang sorgt. Diese relativ spartanische Ausstattung ist aber eher die Ausnahme, denn die meisten Soundbars haben mehr zu bieten.

Die nächsthöhere Stufe wäre eine 2.1-Soundbar. Die nachgestellte „1“ steht für einen (externen) Subwoofer. Das bedeutet, dass neben der Soundbar selbst auch eine separate Bassbox zum Lieferumfang zählt oder im Gehäuse integriert ist. Sie ist für die Wiedergabe von tiefen Tönen zuständig und sorgt so bei Filmen und Musik für mehr Bass.

LG SJ5 Subwoofer Vorderseite
LG Soundbar mit passendem Subwoofer: ein 2.1 Kanal Audio-System.

Eine Soundbar mit 3.1-Kanal-System weist neben dem linken und rechten Lautsprecher sowie dem Subwoofer noch einen „Center“ auf. Das bedeutet, dass zentral zwischen den beiden Stereo-Lautsprechern eine weitere Klangeinheit verbaut ist. Dieser ist in der Regel für die Wiedergabe von Stimmen bzw. Dialogen zuständig und zählt auch zum klassischen 5.1-Heimkino-Setting.

Das eben bereits angesprochene 5.1-Setup bedeutet, dass neben den drei Frontlautsprechern Center sowie links und rechts noch zwei sogenannte Rear-Lautsprecher zum Einsatz kommen. Diese werden links und rechts schräg hinter der Sitzposition aufgestellt und sorgen für Surround-Sound. Bei einer 5.1-Soundbar sind also in der Regel neben einem Subwoofer noch zwei separate Lautsprecher als „Rears“ dabei, die zumeist kabellos und über eine separate Empfänger-/Verstärkereinheit angebunden sind. Teils können diese auch optional als zusätzliches Zubehör separat erworben werden. Die Soundbar übernimmt dann die restlichen 3 Kanäle wie bei einem 3.0- bzw. 3.1-System. Teils werben Hersteller auch mit 5.1-Kanal-Audio ohne Rears. In diesem Fall soll durch geschickte Reflektionen im Raum Surround-Sound simuliert werden.

Ein 2.1.2- oder auch 5.1.2-System weist noch eine weitere Ebene auf. Die hintere „2“ steht für Deckenlautsprecher. Bei einem echten Heimkino sind diese in die Decke eingelassen. Bei einer Soundbar umschreibt es hingegen zwei nach oben strahlende Lautsprecher, deren Sound an der Decke reflektiert wird und so für den Hörer von oben zu kommen scheint. In diesem Zusammenhang fällt auch oft das Wort Dolby Atmos. Dies ist ein Tonformat, das eben solche Deckenlautsprecher unterstützt.

Dolby Atmos und Co: Welche Tonformate sollte eine Soundbar unterstützen?

Dies hängt von der Lautsprecherkonfiguration der Soundbar sowie Deinen Nutzungsgewohnheiten beim Medienkonsum ab. Wenn Du nur mal gelegentlich einen Film aus dem TV-Programm schaust, reicht meist eine Soundbar mit Dolby Digital aus. Nutzt Du hingegen Blu-rays oder streamst hochaufgelöste Filme von Netflix und Co, ist eine Soundbar mit DTS und Dolby True-HD sowie Dolby Atmos und DTS:X die perfekte Wahl.

Wichtig ist natürlich, dass der Audiotrack auch in der entsprechend hohen Qualität gesendet wird. Das ist beim Streaming häufig der Fall. Alternativ auch bei Ultra HD Blu-rays.

Brauche ich einen externen Subwoofer?

Dies hängt von zwei verschiedenen Faktoren ab: zum einen ist es entscheidend, wie die Soundbar deiner Wahl ausgestattet ist und wie ihre Basswiedergabe ist. Je kleiner die Zahl in Hz ist, desto tiefer ist der Bass, den die Soundbar selbst ausgeben kann.

Zum anderen hängt dies auch von Deinen Vorlieben ab. Wenn Du z.B. gerne Actionfilme schaust, in denen es alle paar Minuten kräftig „wummst“ und knallt, dann solltest Du Dich unbedingt für eine Soundbar mit externem Subwoofer entscheiden. Denn die Bassbox kann in der Regel noch einige Herz tiefer tönen, bietet somit einen kräftigeren und voluminöseren Bass.

Abbildung Samsung Soundbar HW-T400/ZF 40 W, 2.0 Kanäle, schwarz

Bei den Soundbars mit externem Subwoofer wird zwischen zwei verschiedenen Varianten unterschieden. Entweder ist der Subwoofer per Kabel oder drahtlos per Funk mit der Soundbar verbunden. Die kabelgebundenen Modelle sind in der Regel etwas günstiger, aber auch limitierter hinsichtlich des Bewegungsfreiraums und damit des Aufstellungsortes. Sie müssen abhängig von der Kabellänge meist recht nah bei der Soundbar irgendwo in der Front aufgestellt werden – vorausgesetzt, dass Du kein längere Kabel kaufen und dieses quer durch den Raum verlegen willst. Die Soundbars mit kabellosem Subwoofer sind etwas teurer, bieten dafür aber auch mehr Freiheit. Hier kannst Du den Subwoofer problemlos irgendwo im Raum aufstellen und so z. B. neben dem Sofa „verstecken“. Voraussetzung ist lediglich, dass die Funkreichweite ausreichend für eine stabile Verbindung ist und eine Steckdose in der Nähe des Aufstellungsortes vorhanden ist.

Zudem gibt es noch Unterschiede bei den Subwoofern selbst. Diese können entweder als „Downfire“ den Ton nach unten Richtung Boden oder als „Frontfire“ in den Raum abgeben. Was für Dich und dein Zuhause die beste Lösung ist, hängt auch von der Raumakustik sowie deiner Wohnsituation (z. B. andere Bewohner unter Dir) ab. In der Regel verteilt sich der Bass bei Downfire-Subwoofern besser im Raum und ist noch satter.

Ein wichtiger Aspekt ist auch die menschliche Wahrnehmung: Töne mit einer Frequenz unter 150 Hz kann ein Mensch i.d.R. nicht orten. Ein Subwoofer ist in diesen Tiefen Frequenzbereichen angesiedelt, so dass dieser meist beliebig im Raum aufgestellt werden kann, da man eben nicht orten kann, wo die tiefen Töne herkommen. Natürlich gibt es auch hier Einschränkungen bei der Aufstellung, da durch eine zu nahe Position an einer Wand der Bass durch Reflexion der Schallwellen reduziert werden kann. Für die Auswahl mit oder ohne Subwoofer kann das also auch ein wichtiger Aspekt sein.

Wo und wie kann ich die Soundbar aufstellen bzw. aufhängen?

Generell sollte eine Soundbar möglichst mittig vom Fernseher platziert werden. Dann bietet sie das harmonischste Klangergebnis und -erlebnis. Ist eine Soundbar deutlich nach links oder rechts zum Fernseher versetzt, kommt der Sound hörbar aus dieser Richtung und passt damit nicht mehr zur visuellen Wahrnehmung.

Steht der Fernseher auf einem Tisch, einem TV-Lowboard oder einem anderen Möbelstück, dann sollte die Soundbar idealerweise direkt vor dem Fernseher platziert werden. Je nach Fuß des TV-Gerätes und Größe der Soundbar passt sie in vielen Fällen zwischen die Standfüße bzw. bei einem einzelnen und flachen Fuß darauf. Zu beachten ist hier die Höhe der Soundbar, sodass diese nicht in das TV-Bild hineinragt und so Teile des Bildschirms verdeckt. In diesem Fall sollte der Fernseher etwas höher gebockt werden.

Alternativ zur Platzierung auf einem TV-Lowboard oder TV-Tisch kann die Soundbar auch eine Etage tiefer in einem offenen oder mit Türen aus Akustikstoff verschlossenen Schrankfach platziert werden. Hier ist die Breite des Faches entscheidend, da viele Soundbars gut und gerne 60 cm und mehr messen.

In vielen Wohn- und Schlafzimmern hängen die TV-Geräte an der Wand. Natürlich ist auch hier der Einsatz einer Soundbar möglich. Denn die meisten Modelle lassen sich mit dem mitgelieferten oder optional erhältlichen Zubehör einer VESA Wandhalterung an einer Wand montieren. Auch hier ist eine mittige Platzierung unterhalb des TV-Gerätes die übliche Positionierung. Sollte dies aus Platzgründen nicht möglich sein, ist das Aufhängen über dem Fernseher ebenfalls möglich. Idealerweise sollte die Soundbar dann aber leicht nach unten „angekippt“ montiert werden.

Welche Anschlüsse sind wichtig? Wie schließe ich eine Soundbar an und welche Anschlüsse brauchen TV und Soundbar?

Ein ganz wichtiges und zentrales Thema beim Kauf einer Soundbar sind die verfügbaren Anschlüsse. Diese müssen zwingend auf den Fernseher abgestimmt werden, damit der Betrieb der Soundbar an einem Fernseher problemlos möglich ist. Aber keine Sorge: Dies klingt komplizierter, als es ist. Wir erläutern Dir die verschiedenen verfügbaren Anschlüsse und sagen Dir, was am besten für Deinen Fernseher ist.

HDMI mit ARC/eARC

Alle einigermaßen modernen Fernseher weisen heute mindestens einen HDMI-Anschluss auf. Schaue nach, ob dein Fernseher einen Anschluss vom Typ HDMI mit ARC oder eARC aufweist. ARC steht für Audio Return Channel, den Audio-Rückkanal über ein HDMI-Kabel, der die Tonausgabe vom Fernseher an die Soundbar leitet. eARC steht für den erweiterten (enhanced) Rückkanal.

Samsung TU8079 mit eARC HDMI Port
Samsung TV mit eARC HDMI Port: einfache Verbindung von und zur Soundbar ohne weitere Kabel

Kurzer Exkurs zum Unterschied zwischen HDMI ARC und HDMI eARC: der erweiterte Rückkanal (eARC) weist mehr Bandbreite auf und kann somit mehr Tonformate bzw. mehr Kanäle und eine höhere Qualität übertragen (z. B. komprimiert und unkomrimiert oder die Objekt-basierten Codecs wie Dolby Atmos). Dies ist allerdings nur notwendig, wenn das Eingangssignal dies aufweist und die Soundbar dies verarbeiten kann.

Weist dein Fernseher einen HDMI-ARC/eARC-Anschluss auf, entscheide Dich am besten für eine passende Soundbar mit HDMI ARC/eARC. Zum Einsatz sollte der HDMI-Standard 2.0 oder die noch neuere Version 2.1 kommen, die allerdings noch recht rar gesät ist. Dank HDMI ARC/eARC brauchst Du nur ein HDMI-Kabel, um die beiden Geräten miteinander zu verbinden. Ein weiterer Vorteil ist, dass in der Regel dann auch HDMI CEC gegeben ist. Dies ermöglicht es Dir, die Lautstärke und ggf. andere Funktionen der Soundbar über die Fernbedienung des Fernsehers zu steuern. In diesem Fall brauchst Du die meist mit einer Soundbar mitgelieferte Fernbedienung also meist nicht.

Optischer Digital-Ausgang/Eingang

Besitzt Du keinen Fernseher mit HDMI ARC, was gerade bei etwas älteren oder sehr günstigen Modellen durchaus der Fall sein kann, ist der optische digitale Ausgang (auch TOSLINK genannt) die beste Alternative. Ob Dein Fernseher diesen Anschluss aufweist, erfährst Du im Datenblatt bzw. der Anleitung oder schaust auf der Geräterückseite nach.

LG SJ800V Anschlüsse hinten
LG TV mit Toslink / digitaler optischer Audioausgang über dem LAN-Port

Für diesen Übertragungsweg brauchst Du ein entsprechendes Kabel, das die digitalen Signale optisch überträgt. Achte in diesem Fall darauf, dass Du eine Soundbar mit einem optischen digitalen Anschluss erwirbst. Dieser ist bei vielen, aber eben nicht bei allen Modellen mit an Bord. Ein optisches Kabel ist meist ein dünnes Glasfaserkabel, welches an beiden Enden zwei kleine Stecker hat. Ein optisches Kabel darfst Du nicht knicken, da es mit einem Knick das Licht nicht leiten kann (und dann auch direkt defekt ist). Damit sind Deinem Einsatz ggf. Grenzen gesetzt, falls Du eine spezielle Verkabelung in Sinn hast.

Alternative Kabelverbindungen

Neben den beiden heute üblichen Standards für die Verbindung zwischen Soundbar und TV-Gerät können gerade bei älteren Modellen auch noch andere Standards zum Einsatz kommen. Einer davon ist die koaxiale digitale Verbindung. Früher ebenfalls gängig waren Cinch-Verbindungen, entweder mit zwei Steckern in Weiß und Rot für einen analogen Anschluss oder Orange (auch S/PDIF genannt) für eine digitale Verbindung. Auch analoge Klinkenanschlüsse gibt es bei einigen Modellen noch. Diese sind heute aber allesamt nicht mehr die gängige bzw. favorisierte Lösung, da sie vor allem bei Mehrkanalton limitiert sind.

Drahtlose Verbindungen

Unter gewissen Umständen ist auch eine kabellose Verbindung zwischen Fernseher und Soundbar möglich. Dies kann z. B. per Bluetooth gelöst werden, das bei vielen Geräten vorhanden ist. Wenn TV und Soundbar von einer Marke sind, können auch herstellereigene Systeme wie z. B. Samsung SoundShare zum Einsatz kommen. In der Regel ist eine kabelgebundene Verbindung aber vorzuziehen, da sie weniger fehleranfällig ist und hinsichtlich Mehrkanalton eine größere Bandbreite aufweist.

Dennoch kann die drahtlose Verbindung für einige Einsatzzwecke interessant sein. Meist sind die Geräte desselben Herstellers sehr gut kompatibel, so dass Du beispielsweise bei einem Samsung TV auch eine passende Samsung Soundbar kaufen solltest.

Wenn die Soundbar Bluetooth unterstützt, kannst Du außerdem Dein Smartphone oder Tablet drahtlos verbinden und so Deine Musik auf die Soundbar übertragen. Einige Modelle unterstützen auch eine sogenannte Multi-Verbindung, so dass gleichzeitig zwei Geräte mit der Soundbar gekoppelt sein können.

Generell gilt…

Schaue zuerst bei Deinem Fernseher, welche Anschlüsse dieser zur Verfügung stellt. Danach gehst Du die obige Auflistung der Reihe nach durch und wählst die erstbeste Lösung, die dein TV-Gerät aufweist. Hierfür suchst Du Dir dann die passende Soundbar aus. Hast Du Dich hingegen bereits für eine Soundbar entschieden, schaue auf ihre Anschlussmöglichkeiten und vergleiche diese mit deinem Fernseher. Auch hier gehst Du die Liste von oben nach unten durch und wählst die erstbeste Variante, die beide Geräte unterstützen.

Übrigens: Immer mal wieder ist von WLAN-Soundbars die Rede. Diese werden aber nicht per WLAN mit dem Fernseher verbunden, sondern erfordern ebenfalls eines der oben genannten Kabel. Was die Vorteile dieser Geräte ist, klären wir im nachfolgenden Abschnitt.

Welche sonstigen Funktionen sind wichtig?

Neben den Anschlüssen sind natürlich auch die Funktionen und Features einer Soundbar wichtig. HDMI ARC/eARC und HDMI CEC, was die Bedienung der Soundbar über die TV-Fernbedienung ermöglicht, haben wir bereits erwähnt.

Auch Bluetooth und WLAN sind bereits als Stichworte gefallen. Sie dienen nicht primär zum Verbinden von Fernseher und Soundbar, sondern vor allem für andere Zuspieler. Wenn Du z. B. Musik von deinem Smartphone auf Deiner TV-Soundbar wiedergeben möchtest, kannst Du dies bequem per Bluetooth oder WLAN streamen. Alternativ geht dies auch mit DLNA bzw. AirPlay im Ökosystem von Apple. So kann die Soundbar nicht nur zum Fernsehen, sondern auch zum Hören von Musik, Hörbüchern und mehr verwendet werden.

Soundbars mit WLAN bzw. einem Ethernet-Port für kabelgebundenes Internet bieten zudem häufig noch weitere Funktionen. So lässt sich z. B. über die Geräte im Zusammenspiel mit einer App Musik per Streaming (z. B. von Spotify oder Internet-Radio) wiedergeben. Manche Modelle haben auch einen USB-Anschluss. In diesen kann ein USB-Speichermedium angeschlossen werden, um von diesem direkt Musik oder andere Audiotracks abzuspielen.

Hersteller wie Sonos bieten ein ganzes Multiroom-System rund um das Musikstreaming, sodass z. B. über im ganzen Haus verteilte Sonos-Lautsprecher die gleiche Musik wiedergegeben werden kann. Nutzt Du solch ein System und setzt auf eine Soundbar des gleichen Herstellers, brauchst Du z. B. im Wohnzimmer keinen zusätzlichen Lautsprecher, sondern kannst einfach die Soundbar am Fernseher für die akustische Untermalung mit deiner Lieblingsmusik in allen Räumen einbinden.

Sollte die Soundbar vom gleichen Hersteller wie der TV sein?

Wenn Du den Hersteller deines Fernsehers fragst, wird er diese Frage sicherlich bejahen. Dabei denkt er aber vermutlich mehr an die eigenen Interessen denn an dein Wohl. Prinzipiell ist es in der Theorie nicht entscheidend, ob Soundbar und TV-Gerät vom gleichen Hersteller stammen.

Dank übergreifender Funktionen wie HDMI CEC kannst Du, wenn beide Geräte diesen Standard unterstützen, z. B. die Soundbar bequem über die Fernbedienung des Fernsehers mit bedienen und so lauter und leiser stellen. Auch sonst gibt es wenige Gründe, die gegen Soundbars anderer Hersteller als der Modelle des TV-Produzenten sprechen. Besser sollten andere Faktoren wie die Klangqualität und die Ausstattung der Soundbar im Vordergrund stehen, nicht aber der Hersteller. Dennoch ist es so, dass die Soundbars in der Regel besser mit dem TV aus dem selben Hause harmonieren. Damit gehen dann nämlich nicht nur die Standard-HDMI-CEC Funktionen, sondern auch hersteller-spezifische.

Beim Design spricht dann wiederum viel dafür, beim selben Hersteller zu schauen. Beispielsweise gilt das für den LG OLED GX. Für dieses Gerät bietet LG eine genau passende Soundbar an, die optisch harmonisch zum TV-Gerät passt und sich genauso flach an die Wand hängen lässt wie der „Bilderrahmen-TV“. Bei Samsung gibt es auch einige Soundbars, die sich passend vor bzw. unter den Samsung-TV „schmiegen“, indem sie passende Aussparungen für den Standfuß haben.

Auch andere Vorteile wie spezielle und herstellereigene Funktionen (z. B. Samsung SoundShare) im Zusammenspiel zwischen TV und Soundbar könnten eventuell in einigen Fällen dafür sprechen. Andererseits gibt es auch Gründe für fremde Hersteller. Ein Beispiel wäre hier, wenn Du bereits das Lautsprecher-System von Sonos in deinem Zuhause einsetzt. Dann kann es durchaus Sinn machen, auch zur TV-Soundbar von Sonos zu greifen. Einen Fernseher von Sonos gibt es aber nicht.

Wie viel Leistung sollte eine Soundbar in Relation zur Größe des Raums aufweisen?

Wie andere Lautsprecher weisen auch Soundbars eine bestimmte Ausgabeleistung in Watt auf, die für die maximale Lautstärke entscheidend ist. Diese sollte einigermaßen auf die Raumgröße sowie deine Hörgewohnheiten angepasst werden. Nutzt Du deine Soundbar nur zum Fernsehschauen, reicht in der Regel eine Soundbar mit einer Ausgangsleistung von um die 50 bis 100 Watt vollkommen aus. Denn TV-Ton wird ja in der Regel nicht so laut wiedergegeben. Wichtig ist, dass hier die Leistung eines möglichen externen Subwoofers nicht mit eingerechnet ist, sondern noch dazu kommt.

Solltest Du hingegen Actionfilme auch gerne mal lauter aufdrehen oder nutzt die Soundbar auch zum lauten Musikhören, darf die Soundbar auch gerne ein paar Watt mehr aufweisen.  Wichtig ist, dass sie bei größerer Lautstärke nicht verzerrt.

Pauschal ist es bei Sound bzw. der Soundleistung jedoch schwierig zu bennen, da dies von vielen Faktoren abhängt. Die Ausgangsleistung einer Soundbar setzt sich meist aus dem Riegel selber sowie dem externen Subwoofer zusammen, sofern einer vorhanden ist. Hierbei werden die Leistungsangaben dann einfach addiert. Hinzu kommt noch die Ausgangsleistung für weitere Surround-Lautsprecher, die ebenfalls dazugezählt werden. So kannst Du zumindest die Leistungsfähigkeit und die Abstufungen von Soundbars innerhalb einer Produktreihe eines Herstellers besser einschätzen.

Soundbars mit Rear-Lautsprechern für Surround-Sound?

Wie bereits zuvor angeklungen, können einige Soundbars mit Rear-Lautsprechern gekoppelt werden. So wird mit einer 3.1-Soundbar mit externen Subwoofer ein 5.1-Soundsystem aufgebaut. Dies sorgt für realen Surround-Sound, der nicht simuliert und durch Reflektionen im Raum vorgespielt wird. Das bietet vor allem bei Filmen einen echten Mehrwert.

Sollte dies für Dich interessant sein, ist eine Soundbar mit Rear-Lautsprechern eine gute Wahl. Voraussetzung ist, dass entsprechend Platz links und rechts schräg hinter der Sitzposition vorhanden ist. Ebenfalls beachten solltest Du die Anbindung der Rear-Lautsprecher. Erhältlich sind die meist günstigeren kabelgebundenen sowie die teureren, aber praktischeren kabellosen Modelle.

Abbildung Samsung Wireless Rear Speaker Kit SWA-8500S, 2.0-Kanal Lautsprecher, Bluetooth, kabelloser Lautsprecher

Je nach Preisklasse ist eine Soundbar mit externem Subwoofer und Rear-Lautsprechern günstiger als ein AV-Receiver mit einem entsprechenden Lautsprechersystem. Zweitgenannte Lösung bietet aber meist mehr Möglichkeiten, da AV-Receiver ein deutliches breiteres Spektrum abbilden können. So bringen sie beispielsweise mehr HDMI-Eingänge mit und dienen so als Schaltzentrale für diverse Multimedia-Geräte. Auch bist Du freier in der Zusammenstellung der Lautsprecher, da die bei der Soundbar mitgelieferten Lautsprecher nicht ausgetauscht werden können.

Lohnt sich eine Soundbar mit Atmos-Lautsprechern?

Immer mehr Soundbars kommen mit Dolby-Atmos-Unterstützung auf den Markt. Hierbei handelt es sich um ein spezielles Tonformat, das für besonders vielschichtigen Surround-Sound sorgt. Es ist ein Erweiterung des seit vielen Jahren bekannten Dolby Digital und speichert sogenannte Soundobjekte ab. Diese Soundobjekte lassen sich dann mit der Tonspur im Raum „platzieren“. So kann der Filmhersteller genau bestimmen, wo sich der Klang gerade im Raum positionen soll. Dafür wird dann auch die dritte Dimension mit den Deckenlautsprechern benötigt.

Ob sich der Kauf einer Dolby-Atmos-Soundbar für Dich lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen ist entscheidend, ob Du überhaupt gerne Filme schaust. Wenn Deine tägliche TV-Dosis nur aus den Nachrichten und vielleicht der einen oder anderen Soap besteht, dann brauchst Du keine Atmos-Soundbar. Denn Du wirst ihre Vorzüge nicht wirklich ausnutzen, weil Dir eben genau der Dolby Atmos Content fehlt.

Solltest Du hingegen gerne Filme oder Serien schauen, die im Dolby-Atmos-Format im Stream oder auf Disc parat liegen, dann ist eine Dolby-Atmos-Soundbar sicherlich eine gute Wahl. Zwar können diese mit ihren nach oben strahlenden Lautsprechern nicht an ein „echtes“ 5.1.2- oder gar 7.1.4-Lautsprecher-Setting herankommen. Zu einer dichteren Atmosphäre und einem tieferen Eintauchen in das Geschehen auf dem Bildschirm sollten sie aber allemal beitragen.

Bei Soundbars gibt es mittlerweile ebenfalls Modelle (eher im Premium-Bereich angesiedelt), die den Raum „einmessen“. Dabei wird ein Test-Ton abgespielt und die Soundbar registriert über ein angeschlossenes Mikrofon, wie der Testton im Raum vom Mikrofon aufgenommen wird. So zeigen sich Reflektionen und Überlagerungen, die ggf. die Tonwiedergabe verschlechtern. Durch diese Messung kann die Soundbar versuchen, diese Verschlechterungen auszugleichen. Diese Funktion ist bei AV-Receivern mittlerweile sehr häufig zu finden, bei Soundbars jedoch noch eher selten.

Eine Frage der Optik: dezent oder mit sichtbaren Lautsprechern?

Dies ist natürlich vor allem eine Frage deines Geschmacks und was zu Deiner Einrichtung bzw. Deinem Stil passt. Soundbars gibt es in vielen verschiedenen Größen, Formen und Farben. Es gibt z. B. Varianten mit sichtbaren Lautsprechern sowie Modelle, bei denen die Tonausgeber hinter Stoff oder Metallgittern „versteckt“ sind.

Ist die Lautsprecherabdeckung fachgerecht ausgewählt und montiert (z. B. Akustikstoff oder Lochblende aus Metall), was bei den großen und bekannten Herstellern der Fall ist, hat dies keinerlei bzw. so gut wie keine Einschränkungen hinsichtlich des Klangs. Dafür bietet es eine aufgeräumte und ruhigere Optik. Du kannst also frei nach dem Design entscheiden. Was Dir gefällt und was nicht, ist Dir und möglichen „Mitentscheidern“ wie einer Partnerin bzw. einem Partner überlassen.

LG SJ5 Funktion LG TV
LG Soundbar mit Lochblende und dahinter verstecktem Display, welches nur bei eingeschalteter Soundbar sichtbar ist

Welche Hersteller gibt es für Soundbars?

Soundbars werden von vielen bekannten Marken angeboten. Zu den größten und am weitest verbreiteten Herstellern zählen Samsung, Bose, Teufel, Sony, Sonos, Denon und Yamaha. Zusätzlich bieten auch weitere Unternehmen wie LG, Sharp, Philips oder Grundig Soundbars an, teilweise auch in Kombination mit TV-Geräten.

Wenn Du bei Amazon nach „Soundbar“ sucht, stößt Du zudem auf viele weniger bekannte Marken, die meist aus dem asiatischen Raum kommen und einfache Modelle für einen meist sehr geringen Preis veräußern. Einige Beispiele sind Bomaker, Saiyin und Goobay. Deren Produkte mögen für weniger anspruchsvolle Ohren vielleicht ausreichen. Wenn Du allerdings ein paar Erwartungen an den Klang der neuen Audio-Lösung für Deinen Fernseher hast, solltest Du um die meisten dieser Billig-Soundbars einen Bogen machen.

Soundbar oder AV-Receiver – was ist besser?

Soundbars konkurrieren mit AV-Receivern und Surround-Systemen um die Gunst der Kunden. Auch wenn einige Soundbars bereits soliden Kinosound aus allen Richtungen bieten können, z. B. mit den oben angesprochenen Rear-Lautsprechern, sind sie AV-Receivern meist dennoch unterlegen.

Gerade bei reinen Soundbars kann zwar Surround-Sound simuliert werden. Dies kann aber nie so gut funktionieren wie ein echtes 5.1-, 7.1- oder gar 7.1.2-Lautsprecher-System. Von der Raumakustik ganz zu schweigen. Allerdings weisen Soundbars zwei große Vorteile auf: Zum einen sind die meisten Modelle bedeutend günstiger als ein voll aufgebautes Lautsprecher-System inklusive dazugehörigem AV-Receiver. Denn während solide Soundbars bereits ab rund 200 Euro aufwärts zu haben sind, kostet ein Surround-System in der Regel über 1.000 Euro (mit einem höherwertigen Lautsprechersetup). Zudem sind Soundbars deutlich einfacher zu installieren, vor allem bei kabelgebundenen Lautsprechern, und sind gerade in Wohnräumen unauffälliger zu integrieren. Wer ein echtes Heimkino-Erlebnis erwartet, sollte aber eher zu einem Surround-System mit mindestens 5.1 Lautsprechern greifen.

Besonders unauffällig: Soundbar in TV Lowboard integriert

Wenn Du deine Soundbar besonders unauffällig im Wohnzimmer unterbringen möchtest, wäre ein Lowboard mit integrierter Soundbar, die es z. B. von Spectral gibt, vielleicht die richtige Wahl. So bekommst Du nicht nur einen Unterschrank für deinen Fernseher und zusätzlichen Stauraum, sondern hast auch die Soundbar bestmöglich versteckt.


Wenn Du noch kein TV-Möbel hast, ist diese Lösung im Vergleich zum Einzelkauf von Lowboard und Soundbar sogar möglicherweise erschwinglich. Allerdings muss sie zum einen zu deiner Einrichtung passen und zum anderen ist das Aufrüsten der Soundbar zu einem späteren Zeitpunkt nicht ohne weiteres möglich.

Fazit

Der Kauf einer Soundbar kann kompliziert sein, da die großen Hersteller sehr viele Modelle auf dem Markt haben. Wichtig ist, dass Du Dir Deine Anforderungen an eine neue Soundbar klar machst und dann in den Vergleich einsteigst. Dabei kannst Du natürlich auch unterschiedliche Hersteller für TV und Soundbar wählen. Es kann dann jedoch passieren, dass die Modelle nicht vollständig kompatibel sind, was die Bedienung angeht. Zwar sollte via HDMI CEC die Bedienung geregelt sein, es kann jedoch zu Einschränkungen kommen.

Interessant ist natürlich auch das verfügbare Budget, da Du anhand dessen Ausstattungs-technisch auf Grenzen stoßen wirst. So wirst Du nicht für 100 € ein Soundbar Setup mit externem Subwoofer und Dolby Atmos Unterstützung finden.

Wenn Du Dir mit unserem Artikel zur Kaufberatung einer Soundbar einen Überblick über die wesentlichen Kriterien verschafft hast, kannst Du jetzt mit mehr Augenmerk auf die eigentliche Suche nach einer passenden Soundbar gehen.