USB-Stick und Festplatte passend für Samsung Fernseher und PVR

Wer über einen Samsung TV der C-, D-, ES-, EH-, F-, H-, HU-, J-, JU-, JS-, K-, KU- oder KS-Serie verfügt, kann sich über die Personal Video Recorder (PVR oder Private Video Recorder) Funktion freuen. Zeitgesteuerte Aufnahmen und Timeshift sind komfortable Merkmale, um eine Sendung oder Film nicht zu verpasst. Damit diese Funktion genutzt werden kann, braucht man entweder ein USB-Stick oder eine externe Festplatte mit USB-Anschluss. Der Anschluss erfolgt über den rückseitig vorhandenen USB-Port am Samsung Fernseher.

Jedoch sind die Samsung Modelle wählerisch, welche Speichermedien angeschlossen werden können. Funktioniert das Abspielen von Filmen von einem USB-Stick heißt das nicht zwangsläufig, dass auch eine Aufnahme oder die Timeshift Funktion klappt. Häufig tauchen fragen auf wie „Warum funktioniert ein bestimmter USB-Stick nicht an meinem Fernseher?“ oder „Der USB Stick wird erkannt, der Fernseher weigert sich aber Timeshift auszuführen. Warum?“

Anforderungen an USB-Stick und eine Festplatte bei Samsung Fernsehern

Eine Anfrage beim Samsung Support hat ergeben, dass es Mindestanforderungen an einen USB-Stick bzw. an eine Festplatte gibt, damit die Aufnahmefunktion und insbesondere Timeshift problemlos funktioniert. Die Anforderungen sind

  • mindestens 4GB Speicherplatz
  • Eine Lesegeschwindigkeit von mindestens 20 MBit/s
  • Eine Schreibgeschwindigkeit von mindestens 34 MBit/s
  • mindestens USB 2.0

Mit den gefordertern Werten für die Lese- und Schreibgeschwindigkeit ist USB 2.0 zwingend notwendig. Die USB 1.1 Spezifikation gibt nur Geschwindigkeiten bis 12 MBit/s her. USB-Sticks können mit diesen Anforderungen Probleme haben, neuere Festplatten klappen häufig ad-hoc. Schließt man ein Speichermedium an, führt der Samsung Fernseher einen Performance Test durch und „bewertet“ das Medium. Ist der Test positiv verlaufen, läßt sich das Medium für Aufnahmen verwenden.

Wichtig für die Timeshift Funktion ist insbesondere die kombinierte Performance: während die aufgezeichnete Sendung läuft, wird auf das Medium geschrieben. Gleichzeitig wird parallel vom Medium gelesen, um die Sendung zeitversetzt anzuzeigen. Viele USB-Sticks kommen mit diesen Anforderungen nicht zurecht und es kann zu Fehlern bei der Darstellung (Artefakte) oder Ruckeln kommen.

Speicherplatz für HD- und SD-Material

„Wieviel Speicherplatz brauche ich denn, wenn ich eine Sendung aufnehmen möchte?“ ist eine häufige Frage. Das digitale Material wird in variabler Bitrate gesendet, jedoch kann man von Durchschnittwerten ausgehen, die wie folgt aussehen. Bitte die folgenden Werte nur als Richtwerte verstehen:

  • 1 Stunde einer HD-Aufnahme benötigt etwa 10 GB Speicherplatz
  • 1 Stunde einer SD-Aufnahme benötigt etwa 5 GB Speicherplatz

Um einen 90 Minuten Film – mit Werbung 120 Minuten – vollständig aufzuzeichnen, braucht es bei HD-Material folglich etwa 20 GB Speicherplatz. Das Vorhalten einiger Filme kann also mehrere 100 GB Speicherplatz verbrauchen. Nutzt man die Timeshift-Funktion, benötigt man den Speicherplatz für die gesamte Sendung: der Fernseher löscht bereits geschautes Material nicht, sondern speichert es.

USB-Stick, HDD oder SSD?

Welches Speichermedium man nutzen soll, hängt letztendlich von den persönlichen Vorlieben ab. Möchte man nur die lästige Werbung in Spielfilmen oder Sendungen überspringen, aber keine Aufnahmen sammeln, reicht ein USB-Stick vollkommen aus. Möchte man jedoch seine Aufnahmen jederzeit parat haben und sammeln, ist eine Festplatte die bessere Alternative.

Benötigt man eine Festplatte, muss es eine externe Festplatte mit USB-Anschluss sein. Fast alle Samsung Modelle verfügen über eine USB-Port, der speziell für Festplatten ausgelegt ist. Hierbei liefert der USB-Port mehr Strom (5V, 1A). Die Ports für USB-Sticks liefern nur 0,5A Strom. Beim Einsatz einer Festplatte muss man sich noch zwischen einer klassischen HDD mit mechanischen Komponenten (drehende Spindel) oder einem Solid State Drive (SSD) entscheiden. Die klassische Festplatte kann zu hörbaren Geräuschen führen, die u.U. den Fernsehgenuss stören. Auf jeden Fall sollte man zu einem Modell mit 5400 Umdrehungen pro Minute greifen, um den Geräuschpegel so gering wie möglich zu halten. Die SSD hingegen ist völlig geräuschfrei, weil keine mechanischen Teile bewegt werden, jedoch bei vergleichbarem Speicherplatz teurer.

Damit eine klassische Festplatte ohne zusätzliches Netzteil an den Fernseher angeschlossen und erkannt werden kann, sollte man zu einem 2,5“ Modell greifen. Die 3,5“ Festplatten brauchen in der Regel alle ein zusätzliches Netzteil, was wieder ein Kabel mehr in der Nähe des Fernsehers bedeutet.

Welche Speichermedien funktionieren mit einem Samsung Fernseher?

Hat man einen großen USB-Stick zu Hause im Einsatz, kann man ihn einfach an seinem Samsung Fernseher anschließen und ausprobieren. Damit das Medium als Aufnahmegerät akzeptiert wird, müssen die oben genannten Kriterien erfüllt sein und der Fernseher muss das Speichermedium formatieren. Samsung setzt dabei auf ein Dateisystem namens XFS. Dieses Dateisystem kann beispielsweise an einem Windows-Rechner nicht gelesen werden, jedoch kommt Linux damit zurecht. Samsung versieht die Aufnahmen jedoch auch mit einem DRM-System, welches das Abspielen an anderen Geräten verhindern soll.

Nur welche Medien funktionieren denn jetzt? Bei den USB-Sticks gibt es positive Stimmen zu den Sticks von Transcend. Viele zufriedene Käufer bestätigen, dass die Aufnahmefunktion problemlos mit den USB-Sticks von Transcend funktionert.

Abbildung Transcend JetFlash 700 4GB USB-Stick USB 3.0 schwarz
alle passenden Modelle des USB-Sticks Transcend JetFlash 700 (1h HD-Film belegen ca. 10 GB)

Alle neueren Festplatten sollten mit einem Samsung Fernseher funktionieren. Möchte man bei Festplatten nicht den gesamten Speicherplatz für den Fernseher bereitstellen (XFS-Dateisystem von Samsung kann nicht an Windows-Rechnern gelesen werden), kann man die Festplatte vorher einfach formatieren. Über den Fernseher kann man dann auch einfach nur eine einzelne Partition formatieren lassen. Die andere Partition beläßt man auf FAT32, NTFS oder ein beliebiges anderes Dateisystem. Als klassische Festplatte eignet sich beispielsweise die Serie MyPassport von Western Digital, die es in verschiedenen Speicherkapazitäten jeweils in 2,5“ Größe gibt. Die 2,5“ Variante kommt ohne externes Netzteil aus und wird direkt aus dem HDD-USB-Port des Fernsehers mit Strom versorgt. Ein detaillierter Vergleich aller 2,5“ Festplatten von Western Digital findet sich in dem Artikel Western Digital Elements Portable, My Passport Ultra, Metal Edition und Wireless im Vergleich – externe Festplatten.

 

 

Von Western Digital gibt es auch die My Passport Ultra Serie. Die Ultra-Serie gibt es in ähnlichen Größen und bietet eine bessere Software-Ausstattung (Backup, Cloudbackup, Verschlüsselung), die jedoch am Fernseher nicht verwendet werden kann. Zudem hat man bei der Ultra-Serie 3 Jahre Garantie, anstatt der üblichen zwei Jahre bei der Elements Serie. Da man nie genug Speicherplatz haben kann und Festplatten natürlich auch anderweitig verwendet werden können, sollte man immer zur größten Festplatte greifen.

 

Abbildung Western Digital My Passport Ultra 1 TB Externe Festplatte (bis zu 5 Gb/s, USB 3.0) brillantweiß
kompatible Modelle der USB-Festplatte Western Digital Ultra in 2,5'' (1h HD-Film belegen ca. 10 GB)

Ist man geräusch-empfindlich und möchte kein Rauschen oder Brummen einer mechanischen Festplatte hören, dann bleibt nur der Einsatz einer SSD. Diese sind jedoch teuerer. Wer den Preis nicht scheut, kann sich die externen SSD-Modelle von Samsung anschauen.

Abbildung Samsung Memory 1TB USB 3.0 Portable Tragbare Externe SSD-Festplatte Solid State Drive - Schwarz
alle passenden Modelle der Samsung Memory SSD T1 (1h HD-Film belegen ca. 10 GB)

Alternativ gibt es mittlerweile auch das neuere Modell T3 von Samsung als SSD mit USB 3.1-Anschluss. Kompatibel mit Samsung Fernsehern sind diese SSDs ebenfalls.

Abbildung Samsung Portable SSD T3 2TB MU-PT2T0B/EU USB 3.1 Gen.1 Type C Externe SSD (bis zu 450 MB/s)
alle passenden Modelle der Samsung Memory SSD T3 (1h HD-Film belegen ca. 10 GB)

Hinter dem Fernseher verstecken

Nun ist die Festplatte gekauft und muss noch irgendwo hingestellt werden. Wer einen guten Ort für die Festplatte sucht, kann sie direkt hinter dem Fernseher mit einer Festplattenhalterung an die vorhandenen VESA-Bohrungen befestigen. Damit kann der Fernseher natürlich nicht mehr an der Wand hängen. Mit der VESA Festplatten Halterung für TVs läßt sich die Festplatte direkt hinter dem Fernseher verstecken und die Kabel bleiben dahinter.

Der Einsatzzweck muss entscheiden

Ein Samsung Fernseher ist etwas wählerisch, insbesondere wenn es um USB-Sticks geht. Hier sollte man der Empfehlung folgen und möglichst schnelle Sticks verwenden. Bei neueren Festplatten sollte man sich keinerlei Sorgen machen, da diese meist von Haus aus genug Performance für die Aufnahme liefern. Was man letztendlich wählt, hängt vom Einsatzzweck ab. Verwende ich nur die Timeshift-Funktion, reicht mir ein großer USB-Stick von 32 GB. Möchte ich Filme konservieren, brauche ich eine große Festplatte. Brauche ich Ruhe und reagiere allergisch auf das leise Rauschen und Brummen von Festplatten, greife ich zu einem USB-Stick oder – in der Deluxe-Variante – zu einer großen SSD, die dann auch mehr Material aufnehmen kann.