Fernseher als Monitor: Was brauche ich für den TV und was muss ich beachten?

Monitore findest Du meist bis 32 Zoll, die mit Ultra High Definition Auflösung im Schnitt etwa 300 bis 400 Euro  kosten. Ab 40 Zoll wird es noch deutlich teurer und ab einem 50 Zoll Monitor musst Du bereits mit etwa 1000 Euro rechnen (Acer mit 55 Zoll). Mit schneller Reaktionszeit landest Du bereits bei über 3000€ (beispielsweise der Alienware AW5520QF als Gamingmonitor).

Fernseher mit großer Bildschirmdiagonale und Ultra High Definition Auflösung sind hingegen nicht ganz so teuer. Erst in den absoluten Premium-Regionen musst Du für einen 55 Zoll TV über 2000€ bezahlen. Wieso dann nicht einfach einen solchen TV als Monitor-Ersatz verwenden? Wir zeigen Dir in unserem Artikel, was Du alles beachten musst, wenn Du einen Fernseher als Monitor verwenden möchtest. Insbesondere für das spontane Homeoffice kann der Fernseher auch als Monitor genutzt werden. Was die Vor- und Nachteile sind, erfährst Du ebenfalls in unserem Artikel.

Einsatzzweck des TVs

Die erste wichtige Fragestellung ist: für welchen Einsatzzweck planst Du den TV? Dabei gibt es verschiedene Punkte zu beachten, die abhängig vom Zielszenario entscheidend sind.

  • Fernseher als Monitor am Arbeitsplatz / auf dem Schreibtisch
  • Fernseher als Präsentationsmedium in einem Konferenzraum
  • Fernseher als Anzeigegerät für den PC für Filme und Spiele

In den folgenden Kapiteln gehen wir auf den jeweiligen Einsatzzweck ein, da jeder für sich eine andere Situation beschreibt und Du auf verschiedene Dinge achten musst. Über das oben dargestellte Inhaltsverzeichnis kannst Du auch direkt zu dem passenden Unterkapitel springen.

Fernseher als Monitor am Arbeitsplatz bzw. auf dem Schreibtisch

Bei einem Fernseher als Monitor auf dem Schreibtisch bekommst Du eine große Bildschirmfläche und eine hohe Auflösung für einen überschaubaren Preis. Monitore mit UHD Auflösung (3840 x 2160 Pixel) und einer Diagonale mit 40 Zoll und größer sind meistens teurer als günstige Einsteiger-TVs mit UHD-Auflösung. Das kann u.a. an der Pixeldichte liegen: je kleiner die Fläche des Panels ist, umso schwieriger ist es, eine so große Menge an Pixeln auf einem Panel unter zu bringen. Die Pixeldichte ist irgendwann zu hoch bzw. die Fertigung dafür sehr aufwändig und damit teuer.

Wenn Du jetzt denkst: wieso nehme ich dann nicht einfach einen 43, 49 oder 55 Zoll Fernseher als Monitor-Ersatz? Es hat Vor- aber auch Nachteile, ein solches Setup zu fahren; auf die entscheidenden Punkte gehen wir jetzt ein.

Vorteile eines Fernsehers als Monitor

Ein Fernseher bringt eine große Fläche und entsprechend große Displaydiagonale zu einem günstigen Preis mit. Zudem haben (fast) alle aktuellen TVs mindestens ein UHD-Panel. Der Trend geht mittlerweile bereits zu einem 8K-Panel, was im Premiumbereich (im Jahr 2020) angesiedelt ist.

Die hohe Auflösung ermöglicht Dir beispielsweise im Büroalltag zwei Fenster Deiner Office-Anwendung nebeneinander anzuzeigen. Der Informationsgehalt bei einer solchen Auflösung und der entsprechenden Größe ist daher riesig. Auch kannst Du ein solches Setup beispielsweise im Bereich der Programmierung verwenden, wo Du entsprechend viele Informationen (z.B. Deiner IDE/Entwicklungsumgebung mit vielen Unterfenstern) auf dem Bildschirm darstellen kannst. Bis hierhin überwiegen also die Vorteile. Leider gibt es auch einige (wichtige) Nachteil, die Du bei dem Einsatz eines TVs als Monitor beachten musst.

Ausflug der VBG zur Gestaltung von Bildschirmarbeitsplätzen und der Ergonomie

Die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) gesetzliche Unfallversicherung empfiehlt in ihrem Leitfaden für die Gestaltung von Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen auf Seite 46 eine ergonomische Aufstellung des Bildschirms. Dabei soll der Blick eher nach unten gerichtet werden, um den Nacken nicht zu sehr zu verspannen. Empfehlenswert ist es, die obere Kante des Bildschirms dabei maximal auf der Höhe der verlängerten Sehlinie beim Blick geradeaus ist. In dem Leitfaden auf Seite 46 gibt es dazu auch eine Illustration, die das in einem Bild darstellt.

Dabei sollte der Bildschirm auch idealerweise etwas nach hinten geneigt sein, so dass man den Blick bequem nach unten richten kann und dennoch die Fläche vollständig sieht. Eine Höhenverstellung des Monitors ist dabei ebenfalls hilfreich, um abhängig von der Körpergröße (z.B. als Sitzriese) dennoch die optimale Position zu finden. Auch soll der Sitzabstand des Monitors so gewählt werden, dass man die komplette Fläche des Bildes mit den Augen erfassen kann, ob den Kopf zu bewegen.

Nachteile eines Fernsehers als Monitor

Beim Einsatz eines Fernsehers als Monitor findest Du hier die ersten Nachteile: ein Fernseher ist weder höhenverstellbar noch neigbar. Es gibt also nur eine Einstellung, mit der man zufrieden sein muss. Um diesen Nachteil zu eliminieren, kann man jedoch mittels einer passenden VESA Wandhalterung den TV vor seinem Schreibtisch an die Wand anbringen und entsprechend der Empfehlung den Neigungswinkel und die Höhe passend einstellen.

Ein weiterer Nachteil ist die Größe eines UHD-Fernsehers, den es ab 43 Zoll Bildschirmdiagonale gibt. Wir schauen uns von dem beliebten Samsung TV RU7179 die Bildschirmhöhe (ohne Standfüße) an, um die Höhe auf dem Schreibtisch zu ermitteln. Bei 43 Zoll hat das Modell Samsung UE43RU7179 eine Höhe von ca. 56 cm. Bei 50 Zoll sind es 65 cm und bei 55 Zoll bereits ca. 72 cm.

Aufstellung eines TVs am Arbeitsplatz

Geht man von einer Schreibtischhöhe von ca. 72 cm aus ist ein 43 Zoll Fernseher bereits mit seiner oberen Kante auf 128 cm und das ohne Standfüße. Bei einer Person von ca. 180 cm Körpergröße wären die Augen je nach Sitzhöhe bei ca. 120 cm. Die obere Kante des TVs wäre folglich etwas höher als der horizontale Blick.

Bei einer Größe von 43 Zoll sollte man dann auch den Sitzabstand so wählen, dass er größer als die empfohlenen 50 cm mindestens ist. Du bräuchtest dann also auch einen  Schreibtisch mit tieferer Arbeitsplatte nach hinten. Alternativ kannst Du den Fernseher wie oben erwähnt auch an der Wand anbringen und den Schreibtisch von der Wand wegrücken.

Wenn Du eine große Bildschirmdiagonale möchtest oder brauchst, kannst Du also einen Fernseher als Monitorersatz verwenden. Dabei gehst Du jedoch einige Kompromisse ein. Wenn Du die Ergonomie für einen dauerhaften Bildschirmarbeitsplatz beachtest, sollte jedoch nichts gegen einen solchen Einsatz sprechen.

Weiter unten kannst Du weiterlesen, wie Du Deinen Computer an Deinen Fernseher anschließt und welchen Bildmodus Du in jedem Fall verwenden solltest, um ein klares Schriftbild und wenig Verzögerungen zu haben.

Fernseher als kurzfristiger und improvisierter Einsatz im Homeoffice

In der Corona-Krise 2020 wurden auf einen Schlag viele Arbeitnehmer vom Büro ins Homeoffice geschickt. Teilweise ist dies sehr schnell und unkoordiniert erfolgt. Wenn Du darüber nachgedacht hast, ob Du Deinen Fernseher im Homeoffice für die Arbeit nutzen kannst, dann lies Dir die folgenden Abschnitte mit Tipps zur Nutzung des TVs im Homeoffice durch.

In der Regel steht der Fernseher im Wohnzimmer oder im Schlafzimmer, entweder auf einem TV-Möbel oder hängt an der Wand. Um einen dauerhaft ergonomischen Platz für das Arbeiten am Fernseher einzurichten, kannst Du Dir oben das Kapitel durchlesen. Ohne zu Hause groß umzubauen, kannst Du jedoch auch Deinen Fernseher kurzzeitig im Homeoffice nutzen. Wenn Dir der etwas improvisierte Einsatz ausreicht, dann kannst Du einen Stuhl und einen kleinen Tisch (z.B. einen Camping-Tisch) als Ablage für Maus und Tastatur verwenden und Dich vor dem Fernseher platzieren. Dabei stellst Du den Computer direkt neben den Fernseher und nutzt entweder USB-Verlängerungskabel für Tastatur und Maus oder direkt eine kabellose Tastatur und Maus. Dafür reicht meist ein kleiner Tisch oder Collegestuhl aus.

Abbildung Logitech MK540 Advanced Kabelloses Tastatur-Maus-Set, 2.4 GHz Wireless Verbindung via Unifying USB-Empfänger, 3-Jahre Akkulaufzeit, Für Windows und ChromeOS PCs/Laptops, Deutsches QWERTZ-Layout
Abbildung Logitech MK270 Kabelloses Tastatur-Maus-Set, 2.4 GHz Wireless Verbindung via Nano USB-Empfänger, Lange Akkulaufzeit, Für Windows und ChromeOS, Deutsches QWERTZ-Layout - schwarz

Ergonomisch ist zwar anders, aber der Einsatz eines TVs als Monitor kann beispielsweise angenehmer sein als die dauerhafte Arbeit an einem Notebook mit der noch weniger ergonomischen Haltung. Wie Du das Computer-Bild an den TV überträgst, kannst Du Dir weiter unten durchlesen.

Fernseher als Präsentationsmedium in einem Konferenzraum

Das zweite Einsatzszenario ist die Nutzung eines Fernsehers im Konferenzraum.

Bei einer Besprechung werden in der Regel Präsentationen mit statischen Bildern angezeigt, deutlich seltener Filme. Mit einem Beamer könnte man ein großes Bild an die Wand strahlen. Insbesondere bei hellen Räumen wird das jedoch meistens zum Problem, weil das Bild dann wegen fehlender Leuchtkraft des Beamers schlecht zu erkennen sein kann. Natürlich kann auch die Geräuschkulisse ein Grund sein, keinen Beamer einzusetzen, falls das ständige Lüftergeräusch bei einer Besprechung stört. Hier kann dann ein Fernseher eine Alternative sein.

Besprechungsraum mit TV an der Wand
Besprechungsraum mit TV an der Wand

Zur Nutzung eines Displays in einem Konferenzraum sollte man auf die Menge an Personen, der Aufteilung des Raums sowie den Sitzabstand achten. Wichtig ist, dass auch die weit entfernten Plätze noch die Präsentation problemlos erkennen können. Für einen Konferenzraum mit bis 10 Plätzen, mit einer Anordnung von jeweils fünf Plätzen pro Seite, kann man mit einem Abstand von ca. 4 m zum Display rechnen. Hier lohnt sich dann bereits eine Displaydiagonale von 55 Zoll zur Präsentation. Bei größeren Konferenzräumen kann der Fernseher auch entsprechend größer gewählt werden.

Welche Display-Technologie für den Besprechungsraum?

Wichtig ist bei einem solchen Einsatzzweck die Wahl der Displaytechnologie. In einem Konferenzraum sitzt man in der Regel nicht mittig vor dem Display. Die Teilnehmer schauen meist aus unterschiedlichen Blickwinkeln und seitlich auf den Fernseher. Daher ist der Einsatz eines TVs mit Inplane Switching Technologie (IPS Panel) empfehlenswert. Bei einem IPS-Panel gibt es kaum Farbabweichungen, wenn man schräg von der Seite auf das Display schaut. Bei einem Fernseher mit Vertical Alignment Panel (VA LCD) kommt es beim Blick von der Seite zu Farbverfälschungen: es sieht so aus, als lege sich ein Grauschleier über das Bild. Samsung und Sony setzen mittlerweile bestimmte Filtertechniken ein, die auch ein VA-LCD-Panel mit einer guten Blickwinkelabhängigkeit ermöglichen (Sony mit X-Wide Angle und Samsung mit Ultra Viewing Angle Technik). Diese sind jedoch meistens in den höherwertigen Modellen zu finden (z.B. QLED 2019 ab Q85R, Sony XG-Serie).

Die OLED-Technik eignet sich aus Sicht der Blickwinkelabhängigkeit auch hervorragend für einen solchen Einsatzzweck. Auch beim Blick von der Seite bleiben die Farben voll erhalten und auch diejenigen, die vorne sehr schräg auf den TV schauen, haben kein Problem mit Farbverfälschungen. Jedoch sind OLED-TVs anfällig für Image Retention: das bedeutet, dass statische Inhalte, die lange Zeit angezeigt werden, nach einiger Zeit einen Schatten auf dem Bild hinterlassen können. Das kann beispielsweise bei Logos auf Präsentationen passieren, wenn diese über längere Zeit während einer Besprechung dargestellt werden. Die Bereinigungsalgorithmen, die im Standby laufen, sowie weiteren Vorkehrungsmaßnahmen der Hersteller (z.B. Pixelshift  Logo Dimming) wirken dem entgegen. Zu einem Burn-in kann es bei OLEDs (unter wohlgemerkt) extremen Einsatzbedingungen dennoch kommen, wie rtings.com festgestellt hat.

Mehr Details zu den verschiedenen Displaytechnologien kannst Du bei uns nachlesen. Wenn Du Dir keine Gedanken zum Burn-in und einem eingeschränkten Blickwinkel machen möchte, dann ist ein Fernseher mit IPS Panel die richtige Wahl.

Wie ist die beste Aufstellung des TVs in einem Konferenzraum?

Bei einer Wandmontage des TVs nimmt der Fernseher am wenigsten Platz weg und kann mittig vor dem Konferenztisch platziert werden. Hier kannst Du den TV flach an die Wand montieren oder mittels passender Wandhalterung auch schwenk oder neigbar machen. So gewinnst Du mehr Freiheiten bei der Präsentation.

Eine Alternative ist die Montage auf einem TV Trolley, auch rollbarer TV Ständer genannt. Der Fernseher wird dabei auf einem Wagen montiert, so dass er frei bewegt werden kann. Die einzige Einschränkung ist hierbei das Stromkabel, was natürlich jeder TV benötigt.

Abbildung BONTEC Mobile TV Cart Bodenständer mit Tablett | VESA Halterung Halterung für 23"-55" Plasma/LCD/LED | Home Display Trolley mit Nicht markierenden Rollen

Fernseher als Anzeigegerät für den PC für Filme und Spiele

Das dritte Szenario geht auf ein Einsatz eines Fernsehers mit einem Computer für das Anschauen von Filmen und Spielen ein. Dann ist quasi der „natürliche Einsatzzweck“ eines Fernsehers. Dabei dient der Computer lediglich als Wiedergabegerät und Du musst ausschließlich den richtigen Bildmodus einstellen.

Filme vom Computer

Beim Anschauen von Filmen am Computer wählst Du einfach einen passenden Bildmodus, den Du auch zum normalen Fernsehschauen benutzt. Der Bildmodus Kino (auch bei manchen Herstellern Cinema genannt) ist derjenige, der das Bild meistens so darstellt, wie es der Content Creator vorgesehen hat. Dabei werden Bildverbesserungsalgorithmen durchlaufen, die den Input Lag erhöhen. Ein hoher Input Lag ist beim Filmschauen egal, so dass Du den Bildmodus eingestellt lassen kannst.

Am Beispiel des LG UM7500 kannst Du den Bildmodus für Kino einstellen. Dieser stellt die Farben, Gamma und Weiß so ein, wie sie am natürlichsten sind. Bei Samsung nennt sich dieser Bildmodus Film, den Du für das Anschauen von Videos nutzen kannst. Hierbei kannst Du noch darauf achten, dass als Farbton Warm2 eingestellt ist.

LG UM7500 UM7510 Bildmodus Kino Strand
LG UM7500/UM7510: Bildmodus Kino für Filme und Serien
Samsung Q70R Bildmodus Film
Samsung Q70R: Bildmodus Film

Anders verhält es sich jedoch mit dem Spielen von Computer-Games am Fernseher.

Spiele vom Computer

Durch die Interaktion mit dem Computer und dem Spielgeschehen sollte es wenig Verzögerung zwischen der Eingabe am Controller und der Reaktion auf dem Fernseher geben. Die Verzögerung (auch Input Lag genannt) beschreibt die Zeit, die das Videosignal ab dem Eingang am Fernseher bis zur Darstellung auf dem Panel benötigt. Im Filmmodus kannst Du bei den meistens Herstellern davon ausgehen, dass der Inputlag durch die vielen durchlaufenen Algorithmen ca. 100 ms beträgt. Das ist für Spiele eindeutig zu hoch. Wenn Du Spiele mit einem solchen Bildmodus spielst, dann fühlt es sich so an, als ob Du das Spiel nicht richtig steuern kannst; das kommt durch die Verzögerung bei der Wiedergabe.

Mehr Details zum Input Lag und zum Spielemodus findest Du in diesem Artikel: Game Mode und Input Lag beim TV: Einfach erklärt und Antworten auf Deine Fragen zum Spielemodus

Hierfür haben die meisten TV-Hersteller den sogenannten Spielemodus (Game Mode, Gaming Mode) über das Bildmenü bereitgestellt. Im Spielemodus sind die verschiedenen Algorithmen zur Bildverbesserung weitestgehend abgeschaltet, so dass die Verzögerung gering ist. Bei den neuen TVs kannst Du von einem Input Lag von ca. 10 bis 15 ms ausgehen, was Du beim Spielen faktisch nicht merkst. Wenn Dein Fernseher und Dein Computer eine VRR-Art (Variable Refresh Rate, Freesync, G-Sync) unterstützt, dann kann der Input Lag sogar noch ein wenig sinken. Gemessen wurde beispielsweise eine Verzögerung von ca. 6 ms. Mehr Infos zu VRR, welches zum HDMI 2.1 Featureset gehört, findest Du ebenfalls bei uns.

Für Filme und Spiele ist der Einsatz eines Fernsehers vom Computer aus überhaupt kein Problem. Du musst nur den Computer oder Dein Notebook mit dem Fernseher verbinden. Wie Du das am Besten machst, erfährst Du hier.

Computer an TV anschließen

Falls Du keinen Computer oder Notebook mit HDMI-Ausgang Dein Eigen nennst, stehst Du vielleicht vor der Herausforderung:

Wie bekommt man das Bild des Computers oder Notebooks auf den Fernseher?

Viele Fernseher haben in der Regel mindestens drei HDMI-Anschlüsse, so dass diese für die Video- und Audioübertragung genutzt werden können. Am einfachsten ist es daher, wenn der Computer bzw. das Notebook selber auch einen HDMI-Anschluss haben. Dann kann man ein einfaches HDMI-Kabel verwenden. Beispielsweise funktioniert die Übertragung über ein Kabel von 5 m problemlos. Hier braucht es also kein aktives Kabel, welches das Signal verstärkt. Sollte der Computer keinen HDMI-Ausgang haben, dann benötigst Du einen Adapter.

Hierbei gibt es viele verschiedene: VGA, DVI, Displayport, Mini Displayport, die alle auf HDMI gewandelt werden können. Bei den digitalen Varianten (DVI und Displayport) klappt das problemlos, bei VGA gibt es auch entsprechende Adapter, die das Signal von analog auf digital umwandeln. Wir haben Dir hier eine Auswahl von Adaptern und Kabel zusammengestellt, die wir teilweise ebenfalls im Einsatz haben. Je nach Anschlussart kannst Du Dir hier etwas passendes raussuchen.

Abbildung Rankie DVI auf HDMI Adapter, Vergoldet 1080P HDTV Konverter, 2 Stück, Schwarz
Abbildung AmazonBasics DVI-zu-HDMI-Adapterkabel, (neuester Standard)-1,83 meter, (Nicht für den Anschluss an SCART- oder VGA-Anschlüsse)
Abbildung Rankie DisplayPort auf HDMI Adapter, 4K Vergoldet mit Audio Konverter, Schwarz
Abbildung AmazonBasics Verbindungskabel, DisplayPort auf HDMI, 1,8 m
Abbildung Rankie Mini DisplayPort (Thunderbolt) (Mini DP) auf HDMI Adapter, 4K Konverter, Schwarz
Abbildung AmazonBasics Verbindungskabel, Mini-DisplayPort auf HDMI, 1,83 m
Abbildung VGA auf HDMI Adapter mit Audio (Alter PC zu TV/Monitor mit HDMI),FOINNEX Aktiv VGA Buchse to HDMI Stecker TV Konverter/Wandler für Computer,Beamer mit Audio Kabel, Männlich to Weiblich,1080P

Mit einem passenden Kabel bzw. zwischengeschalteten Adapter ist die Übertragung vom Computer an den Fernseher also kein Problem. Doch wie sieht es mit einer drahtlosen Übertragung des Videos aus?

Funktioniert auch eine drahtlose Übertragung an den TV?

Eine weitere Option für die Übertragung des Videosignals an den Fernseher ist mittels Wireless Display von Intel (leider veraltet und daher nicht mehr unterstützt) und Miracast. Das sendende und das empfangende Gerät müssen diese Standards unterstützen. Insbesondere LG TVs waren mit Miracast kompatibel.

Wer es unabhängiger von der Hardware haben möchte, muss auf ein externes Gerät zur drahtlosen Übertragung der Videosignale an den Fernseher setzen. Hierfür gibt es sogenannte Wireless HDMI Adapter. Diese bestehen aus zwei Teilen, einer Sende- und einer Empfangseinheit mit jeweils einem HDMI Ein- und Ausgang. Die beiden Einheiten kommunizieren drahtlos, in der Regel nicht über WLAN sondern über einen eigenen drahtlosen Standard. Möchte man also keine Kabel quer im Konferenzraum verlegen müssen, dann ist die Wahl eines solchen HDMI Wireless Adapters eine gute Investition.

Abbildung Optoma Wireless HDMI Adapter schwarz

Die Rezensionen von Käufern besagen jedoch, dass die drahtlose Übertragung nicht immer zuverlässig funktioniert. Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, dann solltest Du zu einer kabelgebundenen Variante greifen. Diese ist zudem kostengünstiger. Falls Du in jedem Fall eine drahtlose Übertragung benötigst, dann schaue Dir den Optoma einmal an.

Einstellungen am Fernseher für den Einsatz als Monitor

Wenn Du den Fernseher als Monitor-Ersatz verwenden möchtest, musst Du am besten noch mindestens zwei Einstellungen vornehmen. Den Input Lag über den Spielemodus reduzieren und Overscan abschalten. Warum Du das machen solltest und wie das klappt, kannst Du jetzt nachlesen.

Abgeschnittene Bildinhalte und Overscan abschalten

Bei der Übertragung eines Videosignals vom Computer zum Fernseher kann es passieren, dass die Bildrändern vom Desktop oder der Präsentation abgeschnitten sind. Der Fernseher führt standardmäßig ein Overscan durch, zeigt das Bild damit etwas größer an und schneidet so die Ränder ab.

Das sieht man deutlich, wenn man einen Desktop auf dem Fernseher anzeigen lässt. Die Randbereiche sind alle abgeschnitten.

Overscan bei Windows Startmenü
Overscan bei Windows Startmenü am Beispiel eines LG-TVs

Damit der Fernseher die Ränder sauber anzeigt, muss man ihm „beibringen“, dass das Eingangssignal ein Computer bzw. PC.

Bei einem Samsung TV ab dem Modelljahr 2016 musst Du dafür einfach den HDMI-Eingang, an dem der Computer hängt, in „PC“ umbenennen. Durch die Umbenennung wird Overscan abgeschaltet und die Bildinhalte sind nicht abgeschnitten. Hierzu öffnest Du mit Deiner Fernbedienung und der Home-Taste die Startleiste und gehst auf den Menüpunkt Quelle. Dort kannst Du auf das Submenü zugreifen, indem Du die Pfeiltaste nach oben drückst. Dort dann die passende HDMI-Quelle zum Umbenennen auswählen und Bearbeiten. Danach kannst Du den Namen PC auswählen.

Bei LG ist ebenfalls ein Umbenennen des HDMI-Eingangs in PC notwendig, damit das Bild ohne abgeschnittene Ränder dargestellt wird. Hierzu öffnest Du (bei neueren LG-TVs) den Menüpunkt Anschlüsse und lässt Dir alle Anschlüsse anzeigen. In dem neuen Bildschirm wählst Du den richtigen Eingang und benennst auf der rechten Seite den Eingang auf PC um.

HDMI Eingang in PC umbenennen (hire am Beispiel eines LG TVs)
HDMI Eingang in PC umbenennen (hire am Beispiel eines LG TVs)

Wenn der Eingang umbenannt ist, werden die Ränder des Computers nicht mehr abgeschnitten dargestellt (Overscan ist damit abgeschaltet), wie Du an diesem Bild sehen kannst.

Kein Overscan bei Windows Startmenü durch Umbenennen des HDMI Ports
Kein Overscan bei Windows Startmenü durch Umbenennen des HDMI Ports in „PC“ (hier an einem LG TV)

Spielemodus und Motion Plus einschalten

Im Spielemodus sinkt, wie bereits oben beschrieben, die Verzögerung bei der Anzeige eines Videosignals auf einen sehr geringen Wert, den man faktisch nicht mehr bemerkt.

RU7179 Spielemodus
Samsung RU7179: Spielemodus im Menü aktivieren

Bei einem Samsung TV kannst Du den Spielemodus über das Bild-Menü oder direkt im Homescreen einstellen. Der Menüpunkt lautet „Spielemodus“ und Du kannst nur zwischen ein und aus wählen. Falls Du einen neueren TV hast, der das Feature unterstützt, kannst Du auch noch zusätzlich Motion Plus einschalten. Dadurch wird die Schärfe bei Bewegungen erhöht, was allerdings durch den Bildprozessor durch eine Zwischenbildberechnung ermittelt werden muss. Der Bildprozessor muss dafür die nächsten Frames analysieren, um ein passendes Zwischenbild zu berechnen. Mit Motion Plus steigt der Input Lag von beispielsweise 13 ms auf 45 ms. Es kann sich also für Spiele lohnen, wenn Du nicht sehr empfindlich für eine leichte Verzögerung bist. Du musst also selber ausprobieren, welcher Modus – mit oder ohne Motion Plus – Dir besser gefällt.

Am Beispiel des Samsung RU7179 kann man den Input Lag vom Kino Modus (bei ca. 90 ms) mit dem Gaming Modus auf ca. 10 ms.

RU7179 Input Lag Film Mode
Samsung RU7179: Input Lag Film Mode
RU7179 Input Lag Game Mode
Samsung RU7179: Input Lag Game Mode

Auch am Beispiel des höherwertigen Samsung TVs Q70R ist der Input Lag im Spielemodus ebenfalls bei nur ca. 13 ms.

Samsung Q70R Input Lag Spielemodus ohne Motion Plus
Samsung Q70R: Input Lag Spielemodus ohne Motion Plus
Samsung Q70R Input Lag Spielemodus mit Motion Plus
Samsung Q70R Input Lag Spielemodus mit Motion Plus

Bei LGs WebOS findest Du die Einstellung des Spielemodus direkt bei der Auswahl des Bildmodus selber. Hierfür gehst Du in das Menü, wählst die Option Bild, danach Einstellungen für den Bildmodus und suchst dann den Bildmodus Spiel. Der Input Lag reduziert sich dabei spürbar auf einen deutlich niedrigeren Wert.

Am Beispiel des LG UM7500 kannst Du die Messung des Input Lags sehen: er beträgt im Kino Bildmodus über 100 ms. Im Spielemodus sind es nur noch knapp 11 ms.

LG UM7500 UM7510 Input Lag Kino Modus (110 ms)
LG UM7500/UM7510: Input Lag Kino Modus (110 ms)
LG UM7500 UM7510 Input Lag Spiel Modus (11 ms)
LG UM7500/UM7510: Input Lag Spiel Modus (11 ms)

Mit dem Spielemodus am Fernseher kannst Du den Input Lag fürs Gaming oder der Nutzung des Fernsehers als Monitor deutlich reduzieren. Das macht sich insbesondere bei schnelle Spielen bemerkbar, so dass Du den Modus in so einem Fall immer einschalten solltest.

Einstellungen im Betriebssystem

Wenn Du einen Computer am Fernseher einsetzt und die Grafikkarte die Ultra High Definition Auflösung (3840 x 2160 Pixel) unterstützt, ist die Schrift oder die Menüs der Programme sehr klein. Das kann ein Nachteil sein, da man dadurch näher an den Bildschirm muss, um dennoch alles erkennen zu können.

Im Betriebssystem, hier am Beispiel von Windows 10, kannst Du Deine Anzeigeeinstellungen jedoch für die hohe Auflösung anpassen. Dazu gehst Du in die Windows Anzeigeeinstellungen und kannst dort unter Skalierung und Anordnung die Größe von Texten, Apps und anderen Elementen einstellen. Im Screenshot siehst Du, dass 100% eingestellt ist.

Windows 10 Anzeigeeinstellungen Skalierung
Windows 10 Anzeigeeinstellungen Skalierung

Du kannst den Wert beispielsweise auf 150% stellen und die Bildschirmelemente werden durch Windows entsprechend skaliert. Setzt Du neue Programme ein, erfolgt dies ohne Qualitätseinbußen, da Schriften sauber hochskaliert und Grafiken mittlerweile meistens Vektorgrafiken sind, die ebenfalls ohne Qualitätsverluste sauber skaliert werden können.

Fazit

Der Einsatz eines Fernsehers als Monitor funktioniert. Wenn Du einen TV dauerhaft an einem Bildschirmarbeitsplatz einsetzen willst, solltest Du auf die Ergonomie achten. Ansonsten kann es tatsächlich gesundheitliche Schäden geben. Für einen kurzen Einsatz im Homeoffice ist der Anschluss eines Computers mit einem improvisierten Schreibtisch möglich.

Ideal geeignet ist der Fernseher natürlich für das Betrachten von Filmen und Spielen und dem angeschlossenen Computer. Hier spielt er durch die verschiedenen Bildmodi sowie den möglichen Spielemodus seine Stärken aus.

Um das Bild vom PC zu übertragen, brauchst Du nur den passenden Adapter und die richtigen Kabel. Auch die Einstellungen im Fernseher und in dem Betriebssystem sind wichtig, so dass Du das optimale Bild aus dieser Kombination herausholst.

Für welches Einsatzszenario würdest Du einen Fernseher als Monitor verwenden wollen?

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