Panasonic TV OLED Serie GZW 2019: Unterschiede und Vergleich der OLED-Fernseher der Panasonic GZW-Serie aus 2019

Panasonic TV GZW 2019

Panasonic hat die 2019er OLED-Serie vorgestellt und sie in Deutschland GZW-Serie getauft. Wie sich die Modelle GZW954, GZW1004 und GZW2004 unterscheiden, erfährst Du in diesem Artikel. Außerdem kannst Du Details zu den relevanten Gemeinsamkeiten nachlesen, um eine Kaufentscheidung für ein bestimmtes Modell von Panasonic oder doch lieber für einen anderen OLED-Hersteller zu treffen. Eine Übersicht zum LG OLED TV-Lineup 2019 findest Du ebenfalls bei uns.

Wir starten zunächst mit einer kurzen Beschreibung zu den Modellbezeichnungen der 2019er OLED Serie von Panasonic.

Modellbezeichnungen der Panasonic GZW-Serie

Die OLED-Modelle von Panasonic aus dem Jahr 2019 werden alle unter der Serie GZW geführt und bilden damit den Nachfolger zur FZW-Serie aus 2018.

Die Modellbezeichnung teilt sich auf in die drei Buchstaben GZW gefolgt von drei oder vier Ziffern. Je höher die Zahl ist, umso höherwertiger ist das Modell in seiner Ausstattung (hauptsächlich Sound-technisch) und der Preis.

Die deutschen Modellbezeichnungen lauten:

  • GZW954
  • GZW1004
  • GZW2004

Für den europäischen und US-amerikanischen Markt gibt es andere Bezeichnungen, die ähnlich lauten: GZ950, GZ1000, GZ1500, GZ2000. Das Modell GZ1500 ist für eine Elektrokette in UK gesondert hergestellt und daher auch nur dort verfügbar.

Gemeinsamkeiten

Die folgenden Unterkapitel zeigen Dir die relevanten Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Modellen auf. Vorab sei gesagt, dass es sehr viele sind J

Panel

Die Panasonic OLED Modelle sind alle sehr ähnlich und weisen nur einige kleine aber entscheidende Unterschiede auf. In diesem Kapitel gehen wir auf die Gemeinsamkeiten der GZW-Serie aus 2019 ein.

Das Panel bezieht Panasonic vom OLED Hersteller LG Displays und verbaut bei fast allen seinen Modellen mit OLED-Technik das gleiche Panel-Modell. Beim Flaggschiff-Modell GZW2004 gibt es eine Verbesserung, auf die wir später eingehen.

Mit dem OLED-Panel wird ein hervorragendes Kontrastverhältnis mit Unendlich:1 erreicht und man erhält ein absolutes Schwarz, weil jedes Pixel für sich gedimmt werden kann. Das Kontrastverhältnis berechnet sich in einer Szene aus dem Helligkeitswert für weiß und dem Helligkeitswert für schwarz. Mit 0 cd/m² bei schwarz kommt man rechnerisch auf unendlich:1. Dadurch sind dunkle Szenen wirklich dunkel und Kinobalken sind schwarz.

Bildprozessor HCX Pro

Den in allen Modellen eingesetzte Bildprozessor nennt Panasonic HCX Pro Intelligent Processor. Panasonic Fernseher sind neben Sony hervorragend bei der Bildoptimierung und sorgen für eine gute Bewegtbilddarstellung. Panasonic setzt bei seinem HCX Pro Intelligent Processor in 2019 eine Datenbank ein, in die vorher mittels Bildmaterial und maschinellem Lernen gefüttert wurde. So kann der Prozessor auch Content, der keine 4K Auflösung hat, hochrechnen und verbessern.

Ein weiteres Feature, was Panasonic erwähnt ist der Area Range Remaster. Bei dieser Funktion teilt der Bildprozessor das Bild in 128 Bildsegmente auf und optimiert diese jeweils lokal hinsichtlich Farbdarstelllung, Helligkeit und Kontrast. Außerdem findet danach eine Rauschunterdrückung sowie Schärfeoptimierung statt. Wie sich die Bewegtbilddarstellung aussieht und wie hoch der Inputlag mit den HCX Pro sein wird, werden erste Tests zeigen.


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HDR- und Audio-Formate

Panasonic ist in 2019 das Multitalent, was HDR-Formate angeht; kein anderer Hersteller unterstützt so umfassend die relevanten HDR-Formate. Dazu zählen HDR10, HLG und die beiden dynamischen Formate HDR10+ und Dolby Vision. Panasonic hat sich in 2019 entschieden, auch Dolby Vision zu unterstützen. Ein weiteres neues Format ist HLG Photo, welches Hochkontrast Fotos wiedergeben kann. Weiter unten findest Du ein Beispielvideo dazu. Wer eine passende Panasonic-Kamera (oder auch andere mit HLG Photo Format) hat, kann sich die Fotos auf dem TV mit hohem Kontrast anschauen.

Ein weiterer relevanter Audiocodec ist Dolby Atmos, ein relativ neues Format, welches den Ton Objekt-basiert speichern kann. So kann beispielsweise die Position eines Hubschraubers, der über einen fliegt, genau im Raum aufgezeichnet und entsprechend wiedergegeben werden. Mit Dolby Atmos kann man somit auch Deckenlautsprecher einsetzen.

Ausstattung

Ein weiteres Feature, welches man aktuell nur bei Panasonic findet, ist der Quattro-Tuner. Neben DVB-T2/C/S2 ist auch eine TV>IP Funktion vorhanden. So kann der Fernseher als IP-Server dienen und die Signale vom Tuner in das Netzwerk einspeisen. Damit kann ein anderer Panasonic-Fernseher mit einem TV>IP-Client das Programm empfangen. Eine sehr nützliche Funktion, wenn man mehrere Panasonic-TVs zu Hause hat. Der Tuner selber ist ein Doppel-Tuner mit 2 x DVB-T2/C/S2. Damit lässt sich beispielsweise eine TV-Sendung aufzeichnen und gleichzeitig eine andere TV-Sendung anschauen. Das klappt mit einem Single-Tuner nicht.

Das Smart TV System bei Panasonic nennt sich My Home Screen 4.0 und ist auf der Basis eines Firefox OS. In dem unten dargestellten Video sieht man My Home Screen 4.0 auf einem 2019er TV von Panasonic in der Demo.

My Home Screen von Panasonic ist ein schnelles Smart TV System und insbesondere das „Multitasking“ zwischen mehreren Apps funktioniert richtig flott und fast ohne Unterbrechung. So kann man beispielsweise auf Netflix eine Serie schauen und kurz einen Abstecher zu einer anderen App machen (z.B. Youtube) und danach Netflix an derselben Stelle weiterspielen lassen. Die Umschaltung fällt dabei kaum auf. Unserer Meinung nach neben WebOS von LG eines der besten Smart TV Systeme.

Weitere Features finden sich bei den integrierten Assistenten mit Google Assistant und Amazon Alexa. So kann man den Panasonic OLED mit Sprachsteuerung verwenden und in seinem heimische Umgebung mit den Assistenten integrieren.

Ein zusätzliches neues Feature, welches aktuell nur ausgewählt Panasonic TVs aus 2019 haben (alle 2019er OLEDs): mit der HbbTV Operator App kann man HD+ Content (z.B. höher aufgelöste Sendungen bei privaten Sendern) via App und ohne zusätzliche Hardware wie ein HD+-Receiver oder ein HD+-Modul für den CI-Slot des Fernsehers empfangen. Möchte man möglichst wenige Geräte und hat ein HD+ Abonnement, dann kann man den die HbbTV Operator App dafür nutzen.

Anschlüsse

Die Panasonic OLEDs aus 2019 bringen alle relevanten digitalen (und einige analoge) Anschlüsse mit:

  • 4 x HDMI mit 4K60p Unterstützung und ARC
  • 3 x USB
  • Digitaler optischer Audioausgang
  • Kopfhörerausgang
  • Component- und Composite Eingang
  • 1 x CI+-Slot (Version 1.4)
  • Ethernet
  • WLAN
  • Bluetooth

Vorteil für einige Käufer wird sein, dass die Panasonic OLEDs analoge Anschlüsse wie z.B. einen Component Videoeingang sowie einen analogen Kopfhörerausgang integriert haben. Außerdem wird Bluetooth Audio Link für die drahtlose Audioübertragung unterstützt.

Wie ihr jetzt bei den Einschränkungen lesen werdet, bringen die HDMI-Ports nicht die volle Kompatibilität mit HDMI 2.1 mit.

Einschränkungen bei den 2019er OLEDs

Die Panasonic GZW-Serie hat leider auch einige Einschränkungen, die Panasonic bewusst für die Premium-Serie in 2019 akzeptiert.

So unterstützen die Panasonic TVs nach Informationen im Februar 2019 kaum Features des neuen HDMI 2.1 Standards. So wären dort beispielsweise höhere Bandbreiten von bis zu 48 GBit/s für die Video- und Audioübertragung vorgesehen. Es gibt aber auch weitere Features wie VRR und eARC, die nicht Bandbreiten-hungrig sind, die aber durch den TV unterstützt werden müssen.

Einziges HDMI 2.1 Feature, welches laut ersten Informationen von Panasonic unterstützt wird, ist der Automatic Low Latency Mode (ALLM), der die automatische Umschaltung zum Gaming Mode für verkürzte Latenzen unterstützt. Ob Panasonic für die GZW-Serie weitere Feature über Firmware-Updates implementiert, wird das Jahr 2019 und die Release-Politik zeigen. Fraglich ist, ob Panasonic einen HDMI 2.1 kompatiblen Chip verbaut hat, der auch die hohen Datenraten unterstützen würde.

Eine weitere Einschränkung, die die „Big Screen“-Enthusiasten mit dicker Geldbörse von Panasonic abhalten werden ist das Fehlen von Bildschirmgrößen jenseits der 65 Zoll. LG und Sony haben bereits 77 Zoll OLED Modelle im Verkauf, die es bei Panasonic leider nicht gibt. Was der Grund für die Beschränkung auf 55 und 65 Zoll ist, lässt Panasonic leider offen. Vermutlich ist die Anzahl der verkauften 77 Zoll Modelle zu gering, weil der Preis noch zu hoch ist.

In den folgenden Kapiteln kannst Du jetzt die Unterschiede zwischen den einzelnen Modellen GZW954, GZW1004 und GZW2004 nachlesen.

Panasonic GZW954

Der Panasonic GZW954 ist das einfachste Modell der OLED GZW-Serie. Er verfügt über alle oben erwähnten Eigenschaften.

Der Ton wird mit einer Ausgangsleistung von 50 Watt angegeben, die sich auf 2 x 10 Watt und 2 x 15 Watt aufteilen.

Der GZW954 steht auf einem kleinen flachen Standfuß und ist mit diesem ca. 300 mm tief. Der Gehäuserahmen ist schwarz, der Standfuß in anthrazit und der untere Gehäuserand trägt den Panasonic Schriftzug. Die Rückseite des GZW954 ist schwarz und die Technik sitzt in dem Gehäuse auf der Rückseite. Von der Seite betrachtet ist im oberen Drittel des Displays nur das hauchdünne Panel zu sehen.

Als Displaydiagonalen sind wie bei allen Modellen der GZW-Serie 55 und 65 Zoll (TX-55GZW954, TX-65GZW954) und ab Juni 2019 verfügbar.

Panasonic GZW1004

Der GZW1004 unterscheidet sich vom GZW954 ausschließlich im Design des Standfuß. Der GZW1004 hat ebenfalls einen flachen Standfuß, der sich jedoch im Vergleich zum GZW954 in seiner vollen Breite hinter den Fernseher zieht. Wenn man den GZW1004 und den GZW954 an einer Wand montiert sieht, würde man keinen Unterschied erkennen.

Der GZW1004 ist in den Diagonalen 55 und 65 Zoll ab Juni 2019 verfügbar (TX-55GZW1004, TX-65GZW1004).

Panasonic GZW2004

Der Panasonic GZW2004 ist das hochwertigste Modell der GZW-Serie (die sich sowieso bereits im Premium-Bereich ansiedelt). Mit dem GZW2004 kaufst Du also das Non-Plus-Ultra von Panasonic aus 2019. Das Panel nennt Panasonic „OLED Professional Edition“.

Die Besonderheit im Vergleich zu den anderen OLED-Modellen ist das optimierte OLED-Panel von LG Displays. Dabei erhält Panasonic vom Hersteller ein „unfertiges“ OLED-Panel und kann daran noch weitere Optimierungen vornehmen. Vincent von www.hdtvtest.co.uk wurde von Panasonic mitgeteilt, dass das OLED-Panel in der Wärmeleitfähigkeit verbessert wird. Ergebnis ist ein höherer Strom, den die OLEDs vertragen und dadurch eine höhere Spitzenhelligkeit. Erste Aussagen zufolge ist eine 30% höhere Spitzenhelligkeit möglich. Geht man von ca. 800-900 cd/m² bei den OLED-TVs von LG aus 2018 aus, kann der GZW2004 eine Spitzenhelligkeit von 1050 bis 1200 cd/m² erreichen. Natürlich nur für kurze Zeit, weil dann OLED-typisch der Automatic Brightness Limiter (ABL) einspringt, um die OLEDs nicht frühzeitig zu verheizen.

So konnten das Helligkeitslevel und somit der gigantische Kontrastumfang weiter angehoben werden, so dass HDR-Inhalte noch beeindruckender und wirkungsvoller wiedergegeben werden.

In dem Video kannst Du Dir den Bericht von hdtv-test.co.uk ansehen:

https://www.youtube.com/watch?v=b4VioQNW0F8

Wenn sich das mehr an Leistung auch auf die durchschnittliche Helligkeit bei realen Szenen auswirkt, dann hat Panasonic mit dem GZW2004 eine der „Schwächen“ von OLED gegenüber LCD-Paneln verbessert. Ob sich die höhere Helligkeit auf die Haltbarkeit der OLED-Panels auswirkt, werden erste Langzeittests zeigen müssen.

Neben der Verbesserung am OLED-Panel hat Panasonic auch die Soundwiedergabe optimiert. Um Dolby Atmos Tracks mit simulierten Deckenlautsprechern zu unterstützen, hat Panasonic zusätzliche nach oben abstrahlende Lautsprecher in die Rückseite des TVs integriert. Der nach oben abstrahlende Ton wird dann über die Zimmerdecke reflektiert und so dann den Atmos-Effekt von Deckenlautsprechern ermöglichen. Das Soundsystem des GZW2004 ist auch Leistungs-technisch sehr üppig ausgestattet. Insgesamt 140 Watt Ausgangsleistung, verteilt auf 2 x 40 Watt und 3 x 20 Watt, bringt das Top-Modell mit. Ist das Soundsystem gut integriert, kann man auf den Einsatz einer (hochwertigen) Soundbar getrost verzichten.

In dem folgenden Video kann man bei Minute 4:30 den schematischen Aufbau der Lautsprecher sehen.

Ein weiteres Feature ist der integrierte Pattern Generator. Wer schon einmal versucht hat seinen Fernseher mit den passenden Bildparametern einzustellen, hat in der Vergangenheit Testmaterial als DVD, Blu-ray oder auf dem USB-Stick gebraucht. Damit erreicht man die Bildeinstellung, die auch der Produzent des Filmes mit seiner Farbgebung vorgesehen hat.

Calibration is the process of fine-tuning the color settings on a television to make the colors more accurate and lifelike, optimizing the video experience and making films, TV shows, and other media match the creator’s intent.

Die Panasonic OLEDs der Serie GZW2004 bringen einen integrierten Testmuster-Generator (CalMAN PatternGen) von Portait Display, so dass man nur noch ein Colorimeter und einen Computer zum Auswerten der Ergebnisse braucht. So kann man direkt die Feineinstellungen vornehmen bzw. die Autocal-Funktion von CalMAN laufen lassen. Das ist ein interessantes Feature für diejenigen, die ein optimales Bild sehen wollen, wie es sich die Filmproduzenten vorgestellt haben.

Das Modell GZW2004 ist in den Diagonalen 55 und 65 Zoll (TX-65GZW2004, TX-55GZW2004) ab Juli 2019 verfügbar.

Fazit

Panasonic hat sich in diesem Jahr mit der OLED-Serie durch die Integration von Dolby Vision und HDR10+ zu einem Format-Alleskönner gemausert. In Kombination mit dem HCX Pro Bildprozessor und dem OLED-Panel kann mit den GZW-Fernsehern ein kleines Kino zu Hause geschaffen werden: tiefes Schwarz, gute Spitzenhelligkeiten (soweit bei einem OLED maximal möglich) und die Zukunftssicherheit hinsichtlich der Formate macht die GZW-Serie zu einer Kaufempfehlung für Kino-Enthusiasten.

Mit einigen Einschränkungen muss mal leider leben: ein 77 Zoll Modell gibt es im 2019er TV-Lineup mit OLED-Display leider nicht. Außerdem hat sich Panasonic dagegen entschieden, HDMI 2.1 mit allen seinen Funktionen bereits jetzt in der GZW-Serie zu verbauen. Ob Features über Firmware-Updates nachgeliefert werden, wird das laufende Jahr zeigen.

Mit dem GZW2004 setzt sich Panasonic von den anderen großen Herstellern wie Sony und LG mit ihren OLED-TVs ab: Panasonic hat die OLED-Panels von LG Displays optimiert und kitzelt so bis zu 30% mehr Spitzenhelligkeit heraus. Damit bildet auch Panasonic hier ein weiteres Alleinstellungsmerkmal gegenüber den anderen TV-Herstellern.

Mit der kleinen (aber feinen) Auswahl hat Panasonic ein gutes OLED-Portfolio auf den Markt gebracht.


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