LG OLED Serie 2019: Vergleich und Unterschiede der 9er OLED Serie aus 2019 (B9, C9, E9, W9, Z9, R9)

LG TV OLED 2019

LGs neue OLED Modelle wurden auf der CES 2019 präsentiert und haben einige Besonderheiten. Einen guten Teil der neuen TVs mit der 9er Serie wird man aus dem Vorjahr mit der 8er Serie kennen. Mit den OLED Modellen Z9 und dem R9 hat LG jedoch auch zwei Besonderheiten im Lineup, deren Konzepte zukunftsweisend sein können, zu denen Du weiter unten mehr erfährst.

Abbildung LG OLED77C9PLA OLED TV (Flat, 77 Zoll/196 cm, UHD 4K, SMART TV, webOS 4.5 (AI ThinQ))
Abbildung OLED65E9PLA LG
Abbildung LG SIGNATURE OLED77W9PLA, OLED TV, Schwarz

Die wesentlichen Neuerungen und die Unterschiede zwischen den Modellen der OLED-Serie erfährst Du in unserem Artikel. Lies Dir hier alle Details durch. Die LG TV-Modelle aus 2019 mit Nano Cell Technik findest Du in unserem Artikel zur LG SM-Serie.

Neuerungen mit den LG 2019er OLEDs

Vorneweg: am OLED-Panel hat LG Displays für LG Electronics 2019 keine Neuerungen vorgenommen. Die Spitzenhelligkeit liegt weiterhin irgendwo zwischen 700 und 900 cd/m², das Panel ist ein WRGB mit zusätzlichen weißen Subpixel zu den roten, grünen und blauen und Kontrast und Farben liegen auf ähnlichem Niveau.

Es  findet sich kein TV-Modell G9, welchen den Nachfolger zum G8 darstellen würde. Hier hat LG vermutlich eine Bereinigung des Lineups vorgenommen oder sie überraschen die Käufer auf der IFA 2019 im Herbst.

Dafür gibt es aber viele kleinere und größere Änderungen an den verschiedenen TVs.

Bildprozessor Alpha 9 Gen2, Alpha 7 Gen2 und AI (Artifical Intelligence)

Neben dem Panel ist der Bildprozessor eines Fernsehers ein wesentlicher Bestandteil der Bildqualität. LG hat mit dem 2018er OLED TV-Lineup den Alpha9 und Alpha7 Bildprozessor eingeführt. Mit dem diesjährigen TV-Lineup wurden die Prozessoren zu einer zweiten Generation mit der Bezeichnung Gen2 verbessert.

LG Alpha 9 Gen 2 Bildprozessor (© LG)
LG Alpha 9 Gen 2 Bildprozessor (© LG)

Der Alpha9 Gen2 wendet wie die Vorversion eine vierstufige Rauschreduzierung an. Ein Object Depth und Sharpness Enhancer erhöhen die Tiefenwirkung und die Schärfe des Bildes. Der Alpha 7 in der zweiten Generation (Alpha 7 Gen2) wurde ebenfalls 2019 auf den Markt gebracht und findet sich in dem Einstiegs-OLED-Modell B9. Was die genauen Unterschiede zwischen dem Alpha 7 Gen2 und dem Alpha 9 Gen2 sind, lässt LG bei der Vorstellung leider noch offen. Wir vermuten, dass die integrierte Bilddatenbank zur Qualitätsverbesserung nur im Alpha 9 Gen2 zu finden ist. Mehr dazu im weiteren Verlauf.

Neu sind die Funktionen (zumindest in den Begrifflichkeiten) AI Picture und AI Sound. Bei AI Picture wird schlechteres Ausgangsmaterial (z.B. SD-Content) über den Bildprozessor hochgerechnet und optimiert. Das macht LG in den oben genannten Dimensionen Noise, Sharpness und Detail. Das Detail Improvement ist dabei neu, da es wie bei anderen Herstellern auf eine mittels machine learning gefüllte Datenbank zugreift und so das Bild mit Details versehen kann.

AI Sound ist ein Algorithmus zur Tonoptimierung, der wie AI Picture schlechteres Ausgangsmaterial verbessern soll. So kann der Fernseher beispielsweise Stereo-Sound auf 5.1 Surround-Sound hochrechnen. Wie gut das tatsächlich gelingt, müssen erste ausgiebige Tests zeigen. Jedoch kann natürlich auch ein AI Prozessor keine Informationen „dazu erfinden“, die vorher nicht da waren. So kann man auch von hochgerechnetem Surround-Sound sprechen.

Ein Video zur OLED Serie mit Interview von Gerald Strömer (LG Electronics) von hifi-journal.de findest Du im folgenden Abschnitt, der neben vielen interessanten Infos auch Details zu AI Picture und AI Sound verrät:

Ein weiteres AI Feature sind die AI Recommendations, die den Benutzer an die jeweiligen Funktionen des TVs heranführen soll. Ob die Funktion eher nervig ist oder dem unbedarften Käufer hilft, wird sich mit der Zeit zeigen.

Zusammengefasst verbessert der Bildprozessor das Bildmaterial in mehreren Dimensionen und kann über die integrierte Datenbank (wie auch der Panasonic HCX und Sony X1 Ultimate Bildprozessor) Details bei schlechterer Eingangsqualität ergänzen. Ob dadurch immer die Intention des Content-Erstellers (z.B. auf DVD-Material) getroffen wird, bleibt offen. Ein Fortschritt ist es in jedem Fall und diesen Weg gehen aktuell alle großen TV-Hersteller. LG schließt mit diesen Funktionen 2019 zu den Branchenführern Panasonic und Sony auf und reagiert damit auch auf Kritik aus den Vorjahresgenerationen.

HDMI 2.1

Eine weitere Funktion, die LG (als einer der wenigen großer Hersteller im Jahr 2019) mitbringt, ist die HDMI 2.1 Kompatibilität. Mit HDMI 2.1 wird die Bandbreite von 18 GBit/s auf 48 GBit/s erhöht. Mit HDMI 2.1 kann man damit beispielsweise UHD Content mit einer 4K Auflösung und 120 Bilder pro Sekunde übertragen (High Frame Rate, HFR). Bei HDMI 2.0b war man noch auf 4K mit 60 Bilder pro Sekunde begrenzt. Für einen TV mit UHD-Panel nicht relevant, aber für das Modell LG OLED Z9 interessant: es lässt sich auch 8K Content mit 60 Bildern pro Sekunde über HDMI 2.1 zuspielen.

Außerdem bringt HDMI 2.1 neben der höheren Bandbreite weitere Features mit, die LG unterstützt:

  • eARC ist der enhanced Audio Return Channel, der unkomprimierten 5.1 bis hin zu Dolby Atmos über den Audio Rückkanal via HDMI ermöglicht. So kann man den TV-Ton an seinen AV-Receiver über das HDMI-Kabel übermitteln. ARC gibt es zwar schon länger, jedoch war dies bis HDMI 2.0b auf komprimierten 5.1 Ton beschränkt. Die hochwertigen Tonspuren können nicht via ARC übertragen werden, das geht erst mit eARC. Die übertragen Bandbreite erhöht sich von ca. 1 MBit/s auf ca. 38 MBit, die mit eARC möglich sind
  • ALLM ist der Auto Low Latency Mode, der ein eigenständiges Umschalten des Fernsehers in den Gaming Mode ermöglicht, wenn die Spielekonsole ebenfalls das Feature ALLM unterstützt. So muss man nicht umständlich den Bildmodus Gaming über das Menü auswählen, sondern lässt das den Fernseher automatisch machen.
  • VRR steht für Variable Refresh Rate und ist eine Funktion, um die Framerate auf die Quelle anzupassen. Eine Spielekonsole sendet beispielsweise je nach Szene im Spiel mal weniger und mal mehr Bilder pro Sekunde. Ohne VRR konnte es in der Vergangenheit zu Tearing kommen, so dass bei bestimmten Frames die Bilder wie zerschnitten aussahen. Mit VRR regeln Fernseher und Spielkonsole jeweils übertragene Bilder pro Sekunde untereinander, so dass Tearing nicht mehr auftritt. Außerdem verringert dieses Feature den Input Lag (bei Samsungs TVs mit VRR aus 2018 beispielsweise mit VRR auf unter 10 ms). Wichtig: der LG OLEDW9 unterstützt als einziger TV aus der 2019er Serie den VRR Modus nicht. Wieso sich LG Electronics für eine solche Einschränkung entschieden hat, lassen sie leider offen.

Weitere HDMI 2.1 Features sind Quick Media Switching (QMS) und Quick Frame Transport (QFT). Zu diesen HDMI-Features hat sich LG leider nicht geäußert, ob sie alle unterstützt werden.

LG ist damit einer der wenigen TV Hersteller, die HDMI 2.1 mit vollen 48 GBit/s auf allen HDMI Ports vollständig unterstützen und geben damit den Standard für die Zukunft vor.

Mehr Big-Screen TVs mit 77 Zoll und 88 Zoll

Der Trend zu immer größeren Bildschirmdiagonalen ist auch 2019 ungebrochen. War in den letzten Jahren noch 65 Zoll das Maß aller Dinge und „riesig“, gibt es mittlerweile auch im OLED-Bereich eine passable Palette an 77 Zoll Diagonalen.

Neu 2019 ist der OLED B9, der den Nachfolger zum OLED B8 abbildet und mit dem neuen TV-Lineup nun auch mit 77 Zoll als OLED Einstiegsvariante zu haben ist. Weiterhin gibt es den C9 mit 77 Zoll und wie im Vorjahr auch den W9 mit 77 Zoll.

Neu ist außerdem der 8K OLED TV Z9, der mit riesigen 88 Zoll verfügbar sein wird. Entsprechend riesig wird jedoch auch der Preis sein, der im ersten Quartal 2019 von LG noch nicht kommuniziert wurde. Vermutlich wird der OLED77Z9 im mittleren fünf-stelligen Bereich liegen.

  • OLED77B9
  • OLED77C9
  • OLED77W9
  • OLED88Z9

Damit ist auch für die Big Screen Käufer bei den LG OLEDs eine größere Auswahl 2019 vorhanden. Die Preise der jeweiligen 77 Zoll Varianten kannst Du Dir weiter unten bei der Übersicht der UVPs ansehen.

Smart TV mit WebOS 4.5

Die 2019er OLEDs sind wie die Vorgängermodelle alle mit einem Smart TV System ausgestattet. LG setzt das Betriebssystem WebOS ein, 2019 mit der Version 4.5. Diese deutet an, dass es gegenüber dem 2018er WebOS 4.0 nur marginale Veränderungen gab.

Die Menüstruktur wurde leicht angepasst und die Leiste für die Quick Settings ist vom rechten Bildschirmrand auf den linken Bildschirmrand gewandert. Weiterhin sind die Knöpfe und Symbole in den jeweiligen Menüs angepasst worden und haben so einen frischeren Look.

Eine kleine Vorschau auf WebOS 4.5 siehst Du in diesem Video; wenn Du WebOS 4.0 kennst, wirst Du die kleinen Unterschiede direkt entdecken.

Assistenten und Airplay2 Unterstützung

Die Sprachassistenten, die 2018 durch Amazon Alexa massiv Einzug in die Haushalte erhalten haben, finden sich nun (bald) auch in LGs OLED TVs. Google Assistant wird seit 2018 (mit WebOS 4.0) unterstützt und ermöglicht das Absetzen von Sprachkommandos. In einem Update soll Amazon Alexa im Laufe des Jahres in WebOS 4.5 integriert werden. Laut Gerald Strömer von LG wird dies auch nicht erst im Dezember 2019 kommen. Die Mikrofon-Taste wird dafür nicht benutzt werden können, sondern die Aktivierung erfolgt über einen 2 Sekunden „Longpress“ auf die Amazon Taste der Magic Remote. Wieder eine Doppelbelegung mehr, die man sich merken muss.

Ein weiteres Update 2019 wird die OLED-TV-Serie Apple Airplay 2 fähig machen, so dass man auf seine Musik- und Videosammlung in iTunes und via Airplay zugreifen kann. LG ist damit einer der Hersteller, die das 2019 ermöglichen. So kann man sich beispielsweise das Zusatzgerät Apple TV sparen, wenn man bereits weitere Apple-Geräte sein Eigen nennt.

OLED Einstellungen im Menü

Wie oben beschrieben wurde an den Panels keine relevante Weiterentwicklung vorgenommen. Dafür hat LG jedoch diverse Einstellmöglichkeiten für eine bessere Bildanpassung in die Menüs gebracht, so dass ein Nutzer ohne Eingriff in das Instart-Menü des TVs die Einstellungen vornehmen kann. Damit ist dem User mehr Freiheit zur Einstellung gegeben.

Eine wesentliche Neuerung ist die Einstellung der Black Frame Insertion (BFI), die das Bild bei schnellen Bewegungen schärfer wirken lassen soll. Bei der BFI werden zwischen Bildfolgen schwarze Zwischenframes eingefügt. Das Auge bzw. das Gehirn hat den Eindruck, dass die Bewegungen schärfer wirken. Ist man jedoch empfindlich für Flimmern, dann fällt einem die aktivierte BFI-Funktion der 2018er Modelle sofort auf. Es flimmert eben. Außerdem reduziert sich die Gesamthelligkeit des Bildes.

Bei den 2019er Modellen kann man BFI jetzt in drei Stufen einstellen oder ganz ausschalten. Unter der Einstellung OLED Motion Pro kann man Low, Medium und High auswählen. High entspricht vermutlich der Stufe On bei den 2018er Modellen. Bei den anderen beiden Stufen wird das Intervall der Black Frames Insertions reduziert, so dass es weniger stark flimmert und das Bild heller erscheint. Mit Off kann man BFI wie auch zuvor ganz ausschalten.

Auch die Stufen Low, Medium und High bei Peak Brightness sind neu. Mit Peak Brightness kann man den Fernseher darauf einstellen, dass er entweder eine große Spitzenhelligkeit erreicht, was sich jedoch auf die Farbwiedergabe negativ auswirken kann (Stichwort: Farbvolumen). Reduziert man die Peak Brightness über diese Einstellungen auf die niedrigeren Stufen, erhält man eine bessere Farbgenauigkeit. Letztendlich steuert diese Funktion die „Helligkeit“ des weißen Subpixels.

Weiterhin gibt es jetzt direkt Smooth Gradiation und MPEG Noise Reduction im Bildmenü als Einstellmöglichkeit, die vorher unter anderen Einstellungen zusammengefasst waren und nicht einzeln gesteuert werden konnten. Auch ein weiteres AI Feature namens AI Brightness wurde integriert: AI Brightness analysiert mit dem Umgebungslicht-Sensor die Helligkeit des Raums und passt die Bildparameter (im Wesentlichen die Helligkeit des Panels) an die Umgebung an. Das hat es aber auch schon unter anderem Namen in den Vorjahresserien gegeben. Neu 2019 ist zudem, dass im Spielemodus (Game Mode) nun auch diverse Bild-Einstellungen vorgenommen werden können, was bei den Vorjahresmodellen nur eingeschränkt der Fall war.

Vicent Teoh erläutert diverse neue Einstellungen bei den OLED TVs des 2019er TV Lineups in einem Video:

An den diversen detaillierten Berichterstattungen zu den neuen Bildeinstellungen merkt man auch, dass es bei den OLED-Panels keine wesentlichen Neuerungen gab. Man kann hier also vielmehr von einer Evolution der Bildkonfiguration sprechen. Dass nun dem Nutzer mehr Einstellmöglichkeiten gegeben werden, ist natürlich positiv.

Wenn Du ein Bild-Enthusiast bist und Deinen neuen TV selber kalibrierst, um das Beste aus den Bildeinstellungen zu holen, dann lies Dir das nächste Kapitel in jedem Fall durch.

Für Enthusiasten: Pattern Generator und AutoCAL

Die 2019er OLED-TVs von LG bringen neben den vielen oben genannten Funktionen auch einen integrierten Pattern Generator mit. Das sind eingebaute Testbilder, anhand dessen man mit einem Colorimeter und einem Computer die optimalen Bildeinstellungen finden kann. Damit kann man sich einen Hardware Pattern Generator sparen, die mit über 1500€ einen gehobenen Preis haben können.

Mit der Autocal Software von CalMAN kann der Fernseher zusätzlich auf Knopfdruck kalibriert werden. Das laufende Ausmessen und manuelle Neueinstellen bis zum perfekten Bild ist damit nicht mehr in Stunden sondern in Minuten erledigt. Wer also ein perfekt kalibriertes Bild möchte, den unterstützt LG mit diesen Funktionen. Aufgrund des Preises von ca. 500€ für das Gesamtpaket ist die Lösung für professionelle Kalibrierer aber auch für den TV-Enthusiasten gedacht, der mit dem TV sein Hobby hat.

Eine interessante Videoreihe zeigt Neil Robinson von LG, der im Detail auf die Kalibriermöglichkeiten, die Videopipeline der LGs und das Mapping der Helligkeitswerte von HDR-Content eingeht. Das Interview wurde auf der CES 2019 aufgenommen und ist in drei Teilen auf Englisch verfügbar: Teil 1, Teil 2, Teil 3. Im dritten Teil bestätigt Neil Robinson, dass LG Display kein neues OLED-Panel konzipiert hat, sondern es im Wesentlichen das 2018er Panel ist. Dafür gibt es aber neue Bildeinstellungs-Features, die oben bereits in Teilen erläutert wurden.

In einem weiteren Interview geht Neil Robinson für avforums.com auf die Autocal Funktion im Detail ein.

LG geht mit den neuen Modellen und der Autocal Funktion einen Schritt weiter auf die Enthusiasten zu und ermöglicht die einfachere und günstigere Kalibrierung zu Hause. Man muss zwar trotzdem noch einen dreistelligen Euro-Betrag investieren, kann dafür aber schneller und mehr Details einstellen und erzielt ein nahezu perfektes Ergebnis.

Gemeinsamkeiten

In den folgenden Kapiteln gehen wir auf die Gemeinsamkeit der OLED-TV aus dem TV-Lineup 2019 ein.


LG zeigt seine Innovationen auf der CES 2019 in Las Vegas. Die neuen TV Modelle sind bereits verfügbar. Trage Dich für unseren Newsletter ein und erhalte weitere Informationen, technische Daten und detaillierte Vergleiche zur TV-Serie 2019 von LG.


Bild und Panel

Das Bild wird durch ein WRGB-OLED-Panel erzeugt, welches für rot, grün und blaue Subpixel steht, die durch eine weiße OLED in der Helligkeit unterstützt werden. Die Auflösung des Panels ist bis auf das Modell LG OLED Z9 bei UHD (3840 x 2160 Pixel). Der Z9 hat ein 8K Panel und damit die vierfache Pixelanzahl (7680 x 4320 Pixel).

Die Spitzenhelligkeit der OLED Panels liegt (noch) bei unter 1000 cd/m² und damit hinter der eines guten LCD-Panels, dafür ist der Schwarzwert eines OLED extrem gut. Durch die Pixel-genaue Abschaltung der OLEDs kann ein absolutes Schwarz erreicht werden. Damit liegt auch das Kontrastverhältnis bei Unendlich:1. Da kann kein aktueller LCD-TV mithalten. Die Spitzenhelligkeit verbessert Panasonic bei den GZW2004 Modellen aus 2019 mit einer von Panasonic verbesserten Panel.

Die Bildschirmdiagonalen sind bei den OLED-Displays auf 55, 65 und 77 Zoll begrenzt. Zwar gibt es den Z9 mit 88 Zoll, dieser sollte aber mehr als Studie verstanden werden, da der Einstandspreis sehr hoch sein wird. Es gibt Gerüchte, dass LG Displays für 2019 auch Panels fertigt, die kleiner als 55 Zoll sind. Wir müssen hier den Verlauf des Jahres 2019 abwarten, ob LG Electronics die Serie (evtl. zur IFA) um kleinere Modelle erweitert.

Bei den OLED-TVs besteht leider immer noch die Gefahr der Image Retention (auch Burn-In genannt). Dabei kann sich ein statischer Bildinhalt (z.B. ein Senderlogo oder eine HUD-Anzeige in einem Spiel schattenhaft permanent angezeigt werden. Viel wurde darüber in den vergangenen Jahren diskutiert und das eine Lager verteufelt OLEDs und das andere Lager lobt die Technik in den Himmel.

Rtings.com hat sich dem Thema angenommen und in 2018 einen Langzeittest gestartet: dabei wird auf 6 OLEDs jeden Tag 20 Stunden lang Real-Life-Material mit verschiedenen Testbedingungen abgespielt. In diesen extremen Szenarien kann man beispielsweise Image Retention bei Nachrichtensendern feststellen. Möchte man seinen OLED-TV als Schaufenster-Display mit statischem Inhalt einsetzen, dann kann es zu diesen Einbrenn-Erscheinungen kommen. Ebenso wenn man Hardcore-Gamer ist, der 16 Stunden am Tag regelmäßig ein Spiel mit hohem statischem Anteil auf dem Bildschirm spielt. Alle anderen Käufer können sich in Sicherheit wiegen, wenn solche extremen Nutzungsszenarien nicht auftreten. Wichtig ist nur, dass der OLED-TV im Standby nicht vom Strom genommen wird, da eine Funktion zur Vermeidung der Image Retention läuft.

HDR- und Audio-Formate

Das OLED TV-Lineup 2019 ist wie die Vorjahresserie stark bei den unterstützen HDR-Formaten: der TV dekodiert HDR10, HLG und das dynamische Dolby Vision. Keine Unterstützung gibt es für HDR10+, welches ein Konkurrenzformat zu Dolby Vision ohne Lizenzgebühren ist.

Mit der breiten Palette der unterstützten Formate kann man bei den LGs von einer guten Zukunftssicherheit ausgehen. Ob sich HDR10+ durchsetzt, werden jedoch erst die kommenden Jahre zeigen.

Ein wichtiges Audioformat ist Dolby Atmos, welches objektbasierten Sound speichert. So kann beispielsweise ein Hubschrauber-Ton als Objekt im Ton einen bestimmten Verlauf nehmen und punktgenau im virtuellen Hörerraum positioniert werden. Dolby Atmos ist damit eine hochwertige Aufnahme für einen Film, die der Fernseher dekodieren kann.

Ausstattung

Die Ausstattung der OLED-Serie ist auch 2019 hochwertig. Das oben genannten WebOS 4.5 ist ein schnelles Smart TV OS, welches alle relevanten Funktionen mit wichtigen Apps mitbringt. Integrierte sind beispielsweise direkt Youtube, Amazon Prime und Netflix. Die letzten beiden sind über eine separate Taste auf der Magic Remote zu erreichen.

Die Magic Remote 2019 hat ihre Grundform und -funktionen behalten. Es wurden einige Texte auf den Tasten durch Symbole ersetzt. Die Bluetooth-Verbindung zum Fernseher und die Steuerung eines Mauszeigers mit der Fernbedienung hat LG als Bedienkonzept beibehalten. Uns persönlich gefällt die Magic Remote sehr gut und wir freuen uns, dass LG nicht etwas Neues probiert und die Bedienung eventuell wieder verschlechtert.

Eine weitere, für viele wesentliche, Funktion ist der integrierte Doppel-Tuner und Videorekorder (PVR). Der Tuner unterstützt DVB-T2/C/S2 und ist zwei Mal vorhanden. Dadurch kann über den TV sowohl eine laufende Sendung aufgenommen und eine andere parallel geschaut werden. LG nennt dies Watch & Record. Timeshift wird ebenso unterstützt. Für die Nutzung des Personal Video Recorders braucht es allerdings einer kompatiblen Festplatte oder eines USB-Sticks.

Insgesamt ist die Ausstattung der OLED-TVs sehr gut und ermöglicht dem Nutzer viele Einstellmöglichkeiten. Die Integration von HDMI 2.1 als einer der wenigen TV-Hersteller 2019 bestärkt LG in seinem Bild als Innovator im Consumer Electronics Markt.

Anschlüsse

Bei den Anschlüssen sind alle relevanten digitalen Anschlüsse vorhanden:

  • 4 x HDMI 2.1, eARC
  • 3 x USB
  • Digitaler optischer Audioausgang
  • LAN
  • WLAN
  • Bluetooth

Hervorzuheben sind natürlich die 4 HDMI Anschlüsse mit 48 GBit/s und den enhanced Audio Return Channel (eARC) auf einem der Ports. Die drahtlose Verbindung via WLAN und Bluetooth ist natürlich ebenfalls möglich.

Übersicht über die Unterschiede der 9er OLED Serie

TV Modell Merkmale Bild
OLED B9 UHD OLED Panel

Alpha 7 Gen 2 Bildprozessor

Diagonalen mit 55, 65 und 77 Zoll

OLED C9 UHD OLED Panel

Alpha 9 Gen 2 Bildprozessor

Diagonalen mit 55, 65 und 77 Zoll

Abbildung LG OLED77C9PLA OLED TV (Flat, 77 Zoll/196 cm, UHD 4K, SMART TV, webOS 4.5 (AI ThinQ))
OLED E9 UHD OLED Panel

Alpha 9 Gen 2 Bildprozessor

Picture on Glass Design

Integrierte Soundbar 4.2 Kanäle mit 60 Watt

Diagonalen mit 55 und 65 Zoll

Abbildung OLED65E9PLA LG
OLED W9 UHD OLED Panel

Alpha 9 Gen 2 Bildprozessor

Wallpaper TV

Externe Soundbar 4.2 Kanäle

Diagonalen mit 65 und 77 Zoll

Abbildung LG SIGNATURE OLED77W9PLA, OLED TV, Schwarz
OLED Z9 8K OLED Panel

Alpha 9 Gen 2 Bildprozessor (6-fache Rauschreduzierung)

Integrierte Soundbar 4.2 Kanäle mit 80 Watt

Aluminium-Rack als großer Standfuß

Diagonale mit 88 Zoll

OLED R9 4K OLED Panel

Alpha 9 Gen 2 Bildprozessor

Aluminium-Gehäuse mit einrollbarem Bildschirm

Integrierte Soundbar 4.2 Kanäle mit 100 Watt

Diagonale mit 65 Zoll

UVP der 9er OLED Serie

Die Liste der durch LG ausgegebenen Unverbindlichen Preisempfehlungen für die OLED-TVs findest Du hier. Im Laufe von 2019 werden sich die Preise nach unten entwickelt. Interessant ist der Einstandspreis für die jeweiligen Kosten pro Zoll, die auch eine Vergleichbarkeit der TVs untereinander ermöglicht. Am Ende dieses Artikels findest Du eine aktuelle Preisübersicht, wie viel die OLEDs aktuell bei Händlern kosten.

Modell Preis (UVP) Kosten pro Zoll
OLED55B9 offen
OLED65B9 offen
OLED77B9 offen
OLED55C9 2.499 € 45 €
OLED65C9 3.499 € 54 €
OLED77C9 7.999 € 104 €
OLED55E9 2.999 € 55 €
OLED65E9 3.999 € 62 €
OLED65W9 6.499 € 100 €
OLED77W9 12.999 € 169 €
OLED88Z9 offen
OLED65R9 offen

In den folgenden Kapiteln gehen wir nun auf die Unterschiede innerhalb der OLED Serie von 2019 ein und stellen jedes Modell im Detail vor.

LG B9

Der LG OLED B9 ist der Einstiegs-TV in die OLED Welt im Jahr 2019. Das OLED-Panel ist wie bei den anderen Modellen der 2019er Serie identisch. Lediglich beim Bildprozessor muss man beim B9 Abstriche machen: als einziges Modell ist hier der Alpha 7 Gen2 verbaut und nicht der Alpha 9 Gen2.

Der Ton wird über ein 2.2 Kanal Audiosystem mit insgesamt 40 Watt Leistung wiedergegeben. Das Design des B9 ist sehr aufgeräumt. Das schwarze Gehäuse umspannt mit einem dünnen Rahmen das OLED Display. Schaut man seitlich auf den TV, dann ist das Panel selber nur wenige Millimeter dünn. Im unteren Bereich des TVs sitzt auf der Rückseite die Elektronik, die den Fernseher dann einige Zentimeter dick werden lassen. Der TV steht auf einem kleinen keilförmigen Standfuß in anthrazit.

Der B9 ist in den Bildschirmdiagonalen 55, 65 und 77 Zoll verfügbar. Die 77 Zoll Bildschirmdiagonale gab es beim B8 in 2018 noch nicht, so dass man jetzt auch beim Einstiegs-OLED-TV einen Big Screen erwerben kann.

LG C9

Der LG C9 hat im Vergleich zum B9 den Bildprozessor Alpha 9 Gen2 integriert, das Panel ist jedoch baugleich zum B9. Das Soundsystem ist ebenfalls als 2.2-Kanäle mit insgesamt 40 Watt Ausgangsleistung angegeben. Legt man keinen Wert auf den Sound oder ein spezielles Design, dann ist der C9 das ideale Gerät. Es hat alle Feature der „besseren“ OLED TVs mit dem höherwertigen Bildprozessor. Hat man eine passende Soundbar oder ein AV-Receiver-Setup zu Hause, dann braucht man sich das Modell E9 nicht mehr anzuschauen.

Abbildung LG OLED77C9PLA OLED TV (Flat, 77 Zoll/196 cm, UHD 4K, SMART TV, webOS 4.5 (AI ThinQ))

Beim Design gibt es jedoch Unterschiede zwischen dem B9 und dem C9. Der C9 hat in der 55 und 65 Zoll Version einen deutlich breiten Standfuß. Die 77 Zoll Version hat jedoch wieder einen schmaleren Standfuß, der dem des B9 gleicht. Wieso sich LG für die andere Standfuß-Variante für den großen TV entschieden hat, lassen sie leider offen.

Der LG C9 ist in den Bildschirmdiagonalen 55, 65 und 77 Zoll verfügbar. Wie der C9 im Vergleich zum Flaggschiff von Samsung aus 2019 abschneidet, erfährst Du in unserem Artikel LG OLED C9 vs. Samsung QLED Q90R TV-Vergleich und Kaufberatung: Welcher ist der bessere Premium-TV?. Auch einen Vergleich der beiden Rivalen LG C9 und Sony AG9 findest Du in dem Artikel TV-Vergleich und Kaufberatung LG OLED C9 vs. Sony AG9: Welcher ist der bessere OLED-TV?.

Review zum LG C9

Der LG C9 wurde im April 2019 auf den Markt gebracht und ist ein OLED-TV von LG Electronics. Rtings.com hat in ihrem Test des LG C9 das Modell auf Herz und Nieren überprüft.

Der C9 unterstützt wie in dem Vorjahresmodell LG C8 die UHD-Auflösung und bringt erfreulicherweise eine volle HDMI 2.1 Kompatibilität mit. Die Features Auto Low Latency Mode (ALLM), Variable Refresh Rate (VRR) und enhanced ARC (eARC) bringt der TV out-of-the-box mit.

Die Bildqualität ist OLED-typisch sehr gut: das 10 Bit Panel erreicht eine Farbraumabdeckung in DCI-P3 von 97%. Im weiter gefassten Rec.2020 Farbraum beträgt die Abdeckung noch 72%. Das sind hervorragende Werte und lassen den LG C9 natürliche Farben wiedergeben. Die Spitzenhelligkeit beträgt bei einem 10% Weißfenster ca. 450 cd/m² im SDR- und ca. 850 cd/m² im HDR-Modus. Für einen OLED-TV sind das sehr gute Werte. Qualitativ hochwertige LCD-Fernseher erreichen jedoch problemlos Werte größer als 1000 cd/m². Bei OLED-Panel setzt nach einer gewissen Zeit der Automatic Brightness Limiter (ABL) ein, so dass die Spitzenhelligkeiten tatsächlich nur kurzzeitig erreicht werden. Bei OLEDs unübertroffen ist das Kontrastverhältnis, welches aufgrund der vollständigen Abschaltung der Pixel einen rechnerischen Wert von Unendlich:1 erreicht. Bei Kino-ähnlichen Bedingungen in dunklen Räumen ist der C9 gut geeignet.

Das Panel des LG C9 ist wie in den Vorjahren ein WRGB-Display. Neben den Subpixeln in rot, grün und blau hat man hier noch ein weißes Subpixel, welches die Helligkeit erhöht. Die Blickwinkelabhängigkeit ist beim C9 sehr gut. Eine Veränderung der Farben sind ab 31°, eine reduzierte Helligkeit und Veränderungen von Schwarz hin zu Grau bei ca. 70°. Der LG C9 ist daher auch ideal für eine große Sitzlandschaft geeignet, bei der man nicht immer mittig vor dem TV sitzt.

Bei den HDR-Formaten wird LG-typisch HDR10, Dolby Vision und HLG unterstützt. Keine Unterstützung gibt es für HDR10+. Der Input Lag ist sehr gering und erreicht sowohl bei Full HD als auch bei UHD Auflösung einen Wert von nur ca. 14 ms. Hat man eine Konsole mit Variable Refresh Rate (VRR), sinkt bei Input Lag bei Full HD Auflösung nochmals auf ca. 7ms. Damit ist der LG C9 wie die hochwertigen Samsung TVs der QLED-Serie super fürs Spielen am TV geeignet. OLEDs haben die Gefahr des Einbrennens, als des dauerhaften Anzeigens von Bildschirminhalten als Schatten. Rtings hat eine Langzeitstudie zu Burn-in bei OLEDs (auch Image Retention genannt) durchgeführt. In extremen Situationen mit 20h täglicher Anzeige können diese Effekte auftreten. Benutzt man den OLED in normalem Umfang, sollte man jedoch keinerlei Probleme feststellen können.

Bei den Anschlüssen sind 4 x HDMI 2.1, 3 x USB, 1 x optischer digitaler Audioausgang, sowie ein analoger Kopfhörerausgang und 1 Video-Composite-Eingang vorhanden. WLAN und Bluetooth finden sich ebenfalls hier. Von den Testern wird das Smart TV Betriebssystem WebOS in der Version 4.5 gelobt, welches einfach zu benutzen ist und viele Erweiterungsmöglichkeiten über Apps bietet. Die Magic Remote kann 2019 nun auch als Universalfernbedienung fungieren, was in 2018 noch nicht funktioniert hat.

Der Ton über die integrierten Lautsprecher ist gut und die Wiedergabe von Bässen vorhanden (bis ca. 70 Hz). Unterstützt wird das dekodieren des hochwertigen Dolby Atmos Codecs und die Weiterleitung via eARC funktioniert ebenfalls.

Beim Design kann der C9 ebenfalls punkten: der anthrazit-farbene Standfuß sieht edel aus und der Gehäuserand um das Panel ist nur 9mm dünn. Die Tiefe des TVs beträgt an der dicksten Stelle ca. 48mm. Im unteren Teil des Panels sitzt die Elektronik, im oberen Teil sieht man ausschließlich das hauchdünne Panel.

Insgesamt loben die Tester in ihrem Review die hervorragenden Schwarzwerte und das optimale Kontrastverhältnis des Panels. Die Bewegungsschärfe ist sehr hoch und die Blickwinkelabhängigkeit gering. Für Gamer ist der LG C9 durch das geringe Input Lag und die weite Unterstützung von verschiedenen Auflösungen bestens geeignet. Kritisiert wird das (technisch-bedingte) ABL, welches die Helligkeit bei langen hellen Szenen reduziert. Ebenso kann die Gefahr für einen Burn-in bestehen. Im Test erhält der LG C9 sehr gute 8.9 von 10 möglichen Punkten.

LG E9

Das Modell LG E9 hat im Vergleich zum C9 eine Soundbar integriert, die mit 4.2-Kanälen und einer Ausgangsleistung von 60 Watt angegeben ist. Die Soundbar ist schmal und unscheinbar ist die untere Gehäusekante eingelassen.

Abbildung OLED65E9PLA LG

Ein deutlicher Unterschied zwischen dem C9 und dem E9 findest Du im Design: der E9 hat ein sogenanntes Picture on Glass Design. Das OLED-Panel liegt dabei auf einer Glas-Platte auf, die den Rand des TVs sehr unscheinbar erscheinen lässt. Der Standfuß ist von vorne nicht zu sehen und befindet sich auf der Rückseite.

Der E9 ist damit ein Hingucker und bringt mit der integrierten Soundbar auch einen besseren Ton mit. Als Bildschirmdiagonalen sind 55 und 65 Zoll verfügbar.

LG W9

Der LG W9 ist wie in den Vorjahren auch ein besonderer Fernseher. Er gehört zur LG Signature Serie, die für ein besonderes Design-Konzept steht. Und das ist der LG W9 auch: die Displayeinheit kann wie ein Bild völlig flach an die Wand gehängt werden. Die Elektronik ist in eine externe Box mit einer integrierten Soundbar ausgelagert.

Abbildung LG SIGNATURE OLED77W9PLA, OLED TV, Schwarz

Leider hat LG auch mit dem W9 die Kabelverbindung nicht optimiert, so dass es weiterhin ein Flachbandkabel zwischen Soundbar und Panel gibt. Samsung hat das mit der One Connect Box und der Invisible Connection besser gelöst. Die Soundbar hat integrierte, nach oben abstrahlende Lautsprecher, die Deckenlautsprecher simulieren sollen. Damit kann Dolby Atmos sinnvoll beim W9 eingesetzt werden.

LG SIGNATURE OLED TV W9 (© LG)
LG SIGNATURE OLED TV W9 (© LG)

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal: laut Datenblättern unterstützt der W9 nicht das Feature VRR. Wieso LG gerade beim W9 darauf verzichtet hat, bleibt leider offen.

Als Displaydiagonalen sind beim W9 65 und 77 Zoll verfügbar.

LG Z9

Der LG OLED Z9 ist ebenfalls ein besonderer TV: war noch im vergangenen Jahr der W8 das Flaggschiff-Modell der 2018er Lineups, so ist das (unserer Meinung nach) 2019 der W9 nicht mehr.

Der Z9 bringt im Vergleich zu den andere bisher vorgestellten OLED-Modellen ein Panel mit 8K Auflösung mit. Das ist die vierfache Menge an Pixeln, die angesteuert werden können. Das erhöht folglich die Schärfe. Damit man die Pixeldichte unterbringen kann, ist LG vermutlich auf die extreme Größe mit 88 Zoll ausgewichen. Kleinere Diagonalen mit 65 Zoll sind angedacht, jedoch wurden diese nicht angekündigt. 88 Zoll sind übrigens umgerechnet ca. 220 cm Diagonale!

Für die Ansteuerung des 8K Panels braucht es im Gegensatz zu den UHD-Modellen nun auch einen 8K Upscaler, der das Bildmaterial entsprechend hochskaliert. Als Ergänzung wird beim Bildprozessor eine sechsstufige Rauschreduzierung (Hexa-Step Noise Reduction) angegeben. Damit ist auch klar, dass LG einen angepassten Bildprozessor im Z9 einsetzt.

Der Ton wird über eine Soundbar wiedergegeben, die ein 4.2-Kanal-System mit 80 Watt Ausgangsleistung ist. Eine Design-Besonderheit ist der Standfuß, wenn man ihn so nennen kann. Der Fernseher steht auf einer Art TV-Möbel, welches ein hochwertiger Alu-Sockel ist und über die gesamte Breite des Fernsehers geht. Das muss man mögen; jedoch bleibt der Z9 mit seinen 88 Zoll ohnehin ein Spielzeug für die besser betuchten Käufer, da der TV vermutlich weit im fünf-stelligen Bereich kosten wird. Die Rückseite des TVs ist in Hochglanz gehalten.

Das hifi-journal.de hat sich den Z9 bei einer Produktpräsentation näher angeschaut und ein Video erstellt. Dort kann man sich auch den oben erwähnten Sockel mit integrierter Soundbar ansehen.

LG R9

Der LG OLED R9 gehört wie der W8 ebenfalls zur LG SIGNATURE Serie und ist ebenfalls eine Besonderheit. Wir würden ihn neben dem Z9 als Flaggschiff bezeichnen, er reiht sich jedoch nicht in die normalen TV-Konzepte ein, sondern bringt etwas völlig Neues mit:

Der Bildschirm lässt sich wie eine Leinwand Ein- und Ausfahren, so dass die schwarze Fläche bei Nicht-Benutzung vollständig verschwindet. Ein sehr gutes Video hat Vincent Teoh von der CES 2019 zum OLED R9 mitgebracht, ab Minute 5:40 (am Anfang des Videos wird außerdem noch der 88 Zoll 8K OLED vorgestellt, bei Interesse also einfach zurückspulen).

Der Bildschirm des LG OLED R9 ist in einem Aluminiumgehäuse untergebracht, die auch gleichzeitig die Soundbar des TVs darstellt. Die Soundbar ist mit einem 4.2 Kanal-System ausgestattet und hat eine Ausgangsleistung von 100 Watt. Über eine oben angebrachte Klappe fährt der Bildschirm auf Knopfdruck heraus. Im Inneren liegt der OLED-Screen auf einer Rolle, deren Krümmungsradius durchaus eng ist. Mit diesem Konzept hat LG Displays eine völlig neue Art des TVs geschaffen, die der einer Leinwand gleicht, nur eben ohne Beamer. Das Ausfahren des Bildschirms läuft sehr geschmeidig und elegant.

Der LG R9 verfügt über verschiedene Modi, die den Bildschirm unterschiedlich weit ausfahren. Im eingefahrenen Zustand kann man beispielsweise Musik hören, wenn man keine Info auf dem Bildschirm benötigt. Mit dem Line View Modus fährt der Bildschirm nur zu ca. 1/4 aus dem Gehäuse und kann eine Info-Leiste oder ein Dashboard anzeigen. Im Full View Mode ist der Bildschirm vollständig auf das Seitenverhältnis von 16:9 ausgefahren und man kann Videos oder TV schauen.

LG OLED TV Rollable TV R9 (© LG)
LG OLED TV Rollable TV R9 (© LG)

Vincent Teoh erwähnt, dass LG Electronics leider (noch?) nicht einen 21:9 Modus implementiert hat, bei dem die Letterboxen (schwarze Balken oben und unten) bei Kinofilmen abgeschnitten werden können. Vermutlich braucht es hier noch Anpassung im Darstellungsmodus, da die Kinobalken erkannt und abgeschnitten werden müssen. Ob das noch kommen wird, bleibt leider offen.

Der LG R9 ist 2019 ausschließlich in der Diagonale von 65 Zoll verfügbar und wird sich preislich eher an eine wohlhabende Käuferschicht richten, die bereit sind, höhere Preise für das außergewöhnliche Konzept zu bezahlen.

Fazit

Das LG OLED TV-Lineup von 2019 ist zum Teil eine Evolution der OLED 8er Serie aus 2018, bringt aber mit dem Z9 mit 8K Auflösung und dem völlig neuen Konzept des R9 auch Neuerungen mit. Die Modelle R9 und Z9 werden gegenüber den Standard-TV deutlich teurer sein, Preise stehen noch nicht fest.

Die Modell B9, C9, E9 und W9 bilden die Nachfolger zu den bereits erfolgreichen Modellen der 2018er Serie. Am OLED-Panel hat sich kaum etwas geändert, dafür aber an den Möglichkeiten der Einstellung. Das für die Zukunft wichtigste Feature ist die HDMI 2.1 Kompatibilität, die 48 GBit/s als Datenübertragungsrate erlaubt und damit 4K Videos mit 120 Bilder pro Sekunde in HFR ermöglicht. Außerdem finden sich die HDMI 2.1 Features wie ALLM, VRR und eARC bei den neuen TVs.

LG prescht mit der Implementierung von HDMI 2.1 voranc und setzt den Startschuss für die anderen großen Hersteller, die 2019 leider nur Teile von HDMI 2.1 unterstützen.

Insgesamt ist das OLED-TV Lineup von LG sehr stimmig und zeigt, dass LG den Fokus auf die OLED-Technik setzt und fortentwickelt. Die günstigeren Einstandspreise gegenüber den Vorjahresmodellen zeigen, dass LG Displays die Fertigung der OLEDs im Griff hat und somit weniger Ausschuss produziert.

Alternative Fernseher findest Du bei der QLED Serie 2019 von Samsung. Suchst Du preiswertere Modelle von LG, findest Du sie bei der LG SM-Serie mit Nano Cell Technik und 4K sowie 8K Auflösung.


LG zeigt seine Innovationen auf der CES 2019 in Las Vegas. Die neuen TV Modelle sind bereits verfügbar. Trage Dich für unseren Newsletter ein und erhalte weitere Informationen, technische Daten und detaillierte Vergleiche zur TV-Serie 2019 von LG.


Angebote zu LG OLEDs TVs

In der folgenden Auflistung findest Du die aktuellen Preisen der 9er LG OLEDs aus 2019, live abgefragt bei Amazon:

SerieModelle
C9OLED55C9
OLED65C9 (EUR 2.897,00)
OLED77C9 ( 6999,00 EUR )
E9OLED55E9
OLED65E9 (EUR 3.800,45)
W9OLED65W9 ( 6999,00 EUR )
OLED77W9 ( 12999,00 EUR )